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Aus der Region

Zeichen unter den Völkern sein

Ulrich Clausen zum Weltmissionssonntag

Am Sonntag begehen wir den Weltmissionssonntag. Uns wird der Auftrag Jesu "Geht in alle Welt und verkündet den Menschen das Evangelium" in Erinnerung gerufen und bewußt, daß unsere Kirche aus einer Vielzahl von verschiedenen Teilkirchen besteht. Aus einer reichen Vielfalt von Kulturen der Völker erhält unsere Kirche die Farbigkeit, die unseren Glauben ausmacht. Jede Ortskirche bringt dazu ihren Beitrag mit ihren Hoffnungen, mit ihrem Reichtum aber auch mit ihren Sorgen.

Die von missio eingeladenen Gäste aus den Missionsländern verdeutlichen alljährlich in nachdrücklicher Weise die unterschiedlichen Situationen, in denen sie und wir uns befinden. Auf unserer Seite finanzieller Wohlstand und ein geregeltes kirchliches Leben in einem demokratischen Staat. Und auf ihrer Seite lebendige und wachsende Kirchgemeinden mit finanziellen Sorgen, einem tief verwurzelten Glauben und oft auch Kampf gegen undemokratische und christenfeindliche Gesellschaften wie im Sudan oder Pakistan.

Die Verantwortung und die Solidarität für die Brüder und Schwestern im Glauben hatte schon in der frühen Kirche eine tiefe Verwurzelung. Der Apostel Paulus ermahnt die Gläubigen von Korinth in seinem zweiten Brief, von ihrem zeitweiligen Reichtum abzugeben. Heute sind wir es, die an die 1000 ärmsten Diözesen der Kirche in aller Welt erinnert und um christliche Solidarität gebeten werden. Für Gemeinden und Bistümer, denen die Sorge bis an die Grenzen ihrer Existenz reichen und die ohne unsere Hilfe nicht einmal die grundlegendsten Voraussetzungen für ein Leben in Christus haben.

Karitative Projekte, wie das für obdachlose, vernachlässigte Kinder in Abudja / Nigeria, die oft aus muslimischen Familien kommen, sind die Zeichen für die Völker, die dringend notwendig sind, betonte Msgr. Kenneth Enang bei seinem Besuch immer wieder.

Und nicht zuletzt sei daran erinnert, daß der Sonntag der Weltmission nicht nur ein besonderer Kollektentermin, ein Tag des Geldes, sondern auch ein Tag des Gebetes füreinander ist. In unserer rationalen Welt verlassen wir uns viel zu viel auf uns selbst und unser Geld. Dabei vergessen wir zu schnell die Kraft des Gebetes und den Segen des Vaters im Himmel, ohne den unser Tun nichts ist.

Das Wissen um das gemeinsame Gebet und die tatkräftige Unterstützung gibt den Christen in den Missionsländern Kraft und Zuversicht, im Glauben zu leben und ihren Völkern ein Zeichen zu sein. Etwas, was wir auch hier für unsere Gesellschaft sein sollten. Und vielleicht ist gerade die gelebte ungeteilte Solidarität ein Zeichen für unsere hiesige Gesellschaft.

Ulrich Clausen
Referent Umwelt und Weltkirche des Bistums Dresden-Meißen

Dieser Beitrag wurde veröffentlicht in Ausgabe 43 des 46. Jahrgangs (im Jahr 1996).
Aufgenommen in die Online-Ausgabe: Sonntag, 27.10.1996

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