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Bistum Erfurt

Leuchtende Farben und viel Licht

Edith-Stein-Schule in Erfurt

Erfurt (mh) - An die blauen und gelb-orangen Farben müssen sie sich erst noch gewöhnen, ebenso an die noch nackten Betonwände. Und die weißen Wände finden sie für eine Schule nicht geeignet. Das waren die einzigen Kritikpunkte, die von den Schülern der Edith-Stein-Schule in Erfurt zu hören waren. Ansonsten sind sie sehr zufrieden - dazu haben sie allen Grund: Am Samstag wird Erfurts Bischof Joachim Wanke den Anbau ihrer Schule einweihen.

Nach zweijähriger Bauzeit ist jetzt der Ausbau des katholischen Gymnasiums mit Regelschulzweig abgeschlossen. Damit geht die Zeit beengter räumlicher Verhältnisse zu Ende: Jetzt gibt es für jedes Fach einen entsprechenden Raum, eine große Turnhalle, eine Dachterrasse, und der Meditationsraum, der wegen Platzmangels umfunktioniert war, kann wieder genutzt werden.

Schon zur Eröffnung der Schule 1992 war klar: Das alte Gebäude in der Trommsdorffstraße, das 1906 als Schule von den Ursulinen errichtet, 1939 von den Nazis geschlossen wurde und dann bis zum Ende der DDR als staatliche Schule genutzt wurde, würde nicht ausreichen, um die geplanten 750 Schüler aufnehmen zu können. Jetzt steht hinter dem alten steinernen Gebäude - das übrigens auch kaum noch an eine DDR-Schule erinnert - eine moderne Stahl-Skelett-Konstruktion mit leuchtend hellen Farben und viel Glas, errichtet für rund 18 Millionen Mark, von denen rund ein Drittel das Land Thüringen übernahm und ein Teil aus Spenden finanziert wurde. Das Grundstück stellten die Ursulinen zur Verfügung, die an dieser Stelle seit 1667 vor allem in der Erziehungsarbeit tätig sind.

Die nach einem Wettbewerb beauftragte Darmstädter Archi-tektengemeinschaft wollte aber nicht nur an diese Tradition anknüpfen: "Wir haben versucht, auch das Konzept der ganzheitlichen Erziehung architektonisch umzusetzen", erläutert Thomas Stark. Die Entscheidung, nicht auf der "grünen Wiese zu bauen", sondern mitten in der Stadt, habe zwar einige Probleme bereitet - vor allem wegen des begrenzt zur Verfügung stehenden Raums -, sei aber grundsätzlich richtig. Jetzt ist die Edith-Stein-Schule fertig: eine gelungene Verbindung aus Alt und Neu, Tradition und Moderne, aus altem Stein, Stahl, Glas und Beton, die es nun mit Leben zu füllen gilt, wie Schulleiter Dr. Siegfried Schnauß sagt.

(Zur Einweihung beginnt am Samstag um 9.30 Uhr im Dom ein Gottesdienst.)

Dieser Beitrag wurde veröffentlicht in Ausgabe 41 des 46. Jahrgangs (im Jahr 1996).
Aufgenommen in die Online-Ausgabe: Sonntag, 13.10.1996

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