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Bistum Erfurt

Gotischer Marienaltar in neuem Glanz

St. Wigbert Erfurt

Erfurt (ep) - Die Erfurter St.-Wigbert-Kirche ist um eine große Kostbarkeit reicher. In der ersten und zweiten Septemberwoche wurde im Altarraum des Gotteshauses ein gotischer Flügelaltar eingebaut. Der Marien-Altar stammt aus der St. Walpurgis-Kirche in Großengottern bei Langensalza. Er zeigt im Mittelschrein die Krönung Mariens flankiert von der heiligen Barbara und der heiligen Walpurga sowie darunter in der Predella den Tod der Gottesmutter. Auf den Seitenschreinen und Standflügeln sind Szenen aus dem Leben Jesu dargestellt.

Bei dem Kunstwerk handelt es sich um ein Beispiel eines sogenannten Erfurter Reliefaltars, sagt der Kunstgutbeauftragte im Bistum Erfurt, Dr. Günter Lucke. Vom Aufbauschema her ist der Altar mit dem der Erfurter Predigerkirche vergleichbar. Er wurde Anfang des 16. Jahrhunderts von einem unbekannten Meister geschaffen. Verwandt ist das Kunstwerk mit den Altartafeln in Großmölsen bei Erfurt.

In unvollständige Einzelteilen zerlegt, drohte der Altar in den 70er Jahren in Großgottern zu verrotten, erzählt Dr. Lucke. Das Bischöfliche Amt Erfurt-Meiningen kaufte den Altar 1981 für 60 000 DDR-Mark.

1984 begann dann die Restaurierung. Erhalten waren nur die beiden Innenflügel und die Re-liefs in der Mitte oben und unten. Der Mittelschrein und die Predella mußten neu angefertigt werden. Auch die Schleierbretter (hölzernen Vorhänge) oberhalb der verschiedenen Darstellungen waren nur noch in kleinen Teilen erhalten. In Absprache mit der Denkmalpflege übernahmen die Kirchlichen Werkstätten für Restaurierung Erfurt die Arbeiten.

Bezüglich der Bemalung wurde fast nichts ergänzt, sagt der Kunstgutbeauftragte. Die Originalfarben wurden freigelegt. Der Mittelschrein wurde von Gebhardt und Winter in Erfurt-Hochheim angefertigt. Auf eine Vergoldung des Mittelschreins, wie sie mit großer Sicherheit im Original bestand, wurde aus Kostengründen verzichtet.

Im Zusammenhang mit der Aufstellung in der St.-Wigbert-Kirche am Angerbrunnen wurde das Bildfenster mit Kreuzigung hinter dem Altar extra heraufgesetzt, damit es zu sehen bleibt und so eine Stufung gegeben ist. Der Tabernakel wurde an die Südwand des Altarraumes versetzt.

Die Restaurierung hat einschließlich der Neuanfertigung der Schreine 170 000 Mark gekostet. Davon wurden vom Denkmalschutzamt und vom Thüringer Landesamt für Denkmalpflege 22 500 Mark übernommen.

"Es bleibt zu wünschen, daß die St.-Wigbert-Kirche noch frisch ausgemalt wird, um dem restaurierten Altar einen würdigen Rahmen zu bieten", sagt der Kunstgutbeauftragte.

Dieser Beitrag wurde veröffentlicht in Ausgabe 41 des 46. Jahrgangs (im Jahr 1996).
Aufgenommen in die Online-Ausgabe: Sonntag, 13.10.1996

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