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Möglichkeiten des Glaubens bekannt machen

Geraer Aktion "Neu anfangen" ging in heiße Phase

Die Aktion Gera (hps/jak) - "neu anfangen" ist ein Projekt katholischer, evangelischer und freikirchlicher Christen der Stadt Gera. Konkret geht es darum, die Menschen der Stadt zum Gespräch einzuladen. Dabei, so Dekan Klaus Schreiter, gehe es nicht vorrangig um Missionierung für die eine oder andere Kirche, vielmehr um ein Angebot aller Christen, den Glauben und die damit verbundenen Lebensmöglichkeiten vorzustellen. Nach Wochen der Vorbereitung ging "neu anfangen" am vergangenen Montag in die heiße Phase. Alle Geraer, die über einen im Telefonanschluss verfügen, werden angerufen und gefragt, ob sie das Buch zur Aktion bekommen möchten - es wird mit zirka 33 200 Telefonaten gerechnet. Kommt eine positive Resonanz, so bringen Mitarbeiter der Aktion das Buch mit dem Titel "mittendrin" persönlich ins Haus. Darin enthalten sind verschiedene Lebenszeugnisse Geraer Christen (siehe dazu auch Seite 16). Nach der Lektüre werden die betreffenden Haushalte erneut angerufen, mit der Nachfrage, ob sie ein persönliches Gespräch wünschen. Dies soll dann im öffentlichen Raum, beispielsweise in einem Café stattfinden.
Eröffnet wurde die Aktion mit einem feierlichen ökumenischen Gottesdienst auf dem Geraer Markt am 2. September. In einem Grußwort von Bischof Joachim Reinelt, verlesen von Dekan Klaus Schreiter, heißt es: "Sicherlich ist es für manche Gemeinde oder für manchen Christen Neuland, sich aufzumachen ... hin zu den Menschen auf die Straßen, ... in die Lebenssituationen der Menschen hinein. ... Nicht mehr warten auf den, der kommt, sondern dorthin gehen, wo die Menschen sind ... Ich möchte Ihnen Mut zusprechen sich aufzumachen, die gewohnten Räume und Wege einmal zu verlassen." Und der soeben in sein Amt eingeführte neue Landesbischof der Evangelisch-Lutherischen Landeskirche in Thüringen, Dr. Christoph Kähler, sagte in seiner Ansprache, die Telefongespräche sollten "freundlich, offen, aber nicht indiskret geführt werden". Mit Blick auf den Wandel in den fünf neuen Ländern betonte der Landesbischof, dass Wirtschafts- und Rechtskunde die Lehrfächer waren, die in den zurückliegenden zwölf Jahren im Vordergrund standen, zurück blieb aber die "Herzkunde". Mit dem Projekt "neu anfangen" werde jetzt in dieser Hinsicht ein kostbares Angebot gemacht.
Dekan Klaus Schreiter wies im Gespräch mit dem Tag des Herrn auf das Engagement der katholischen Christen hin. So gibt es im alten Pfarrhaus der St.-Elisabeth-Gemeinde und in St. Maximilian Kolbe in Gera-Lusan zwei der insgesamt fünf Anrufzentralen. Im Bereich der Elisabeth-Gemeinde engagieren sich zirka 30 Gemeindemitglieder in der Aktion. Stellvertretend für viele seien hier Jeanette und Mario Perschke genannt, die in der Redaktion für "mittendrin" gearbeitet haben. Bleibt die Frage, wie die Geraer selbst auf das Angebot der Christen reagieren werden. Klaus Schreiter ist zuversichtlich, dass "neu anfangen" bei den Bürgern nicht als eine "überfallartige " Aktion aufgenommen wird. Aus diesem Grund lief im Vorfeld eine breite Werbeaktion, die auf die künftigen Aktivitäten hinwies.

Aus Finnland kommend, wurde "neu anfangen" seit 1984 insgesamt in 32 Aktionen in Deutschland durchgeführt, Gera ist die zweite Stadt in den neuen Bundesländern, wo sich die Christen in dieser Hinsicht engagieren.

Informationen zur Mitarbeit: www. neu-anfangen-in gera.de

Dieser Beitrag wurde veröffentlicht in Ausgabe 36 des 51. Jahrgangs (im Jahr 2001).
Aufgenommen in die Online-Ausgabe: Mittwoch, 05.09.2001

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