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Bistum Görlitz

Pilgerziel für Deutsche und Sorben

Rosenthal-Wallfahrten haben in Wittichenau jahrhundertealte Tradition

Rosenthal (cs) - Zwei Wallfahrtsgruppen aus Wittichenau trafen sich am 8. September am Ortsausgang von Rosenthal.Das Fest Mariä Geburt, traditioneller Rosenthal-Wallfahrtstermin für die Sorben aus Wittichenau, fiel in diesem Jahr zusammen mit dem zweiten Sonntag im September, dem Termin der Rosenthal-Wallfahrt des deutschen Gemeindeteils von Wittichenau.

Die sorbische Prozession unter Leitung von Kaplan Jakubasch war bereits auf dem Heimweg, als Pfarrer Bockisch mit der deutschen Prozession in Rosenthal eintraf.

Die Wittichenauer pilgern schon seit Jahrhunderten mehrmals im Jahr zum zwölf Kilometer entfernten Marienwallfahrtsort Rosenthal. Davon konnte sie auch nicht die Teilung der Lausitz im Ergebnis des Wiener Kongresses abhalten.

Großen Anteil an der Popularität des Wallfahrtsortes hatten übrigens die beiden Geistlichen Jakob Ticin und Johann Serbin. Der Jesuit Ticin, 1660 in Wittichenau geboren, studierte in Neiße und schrieb mehrere Bücher, unter anderem eines über die Geschichte des Wallfahrtsortes Rosenthal. 1693 starb er als Feldgeistlicher im Krieg Österreich-Ungarns gegen die Türken vor der Festung Belgrad.

Serbin, 1635 im heutigen Wittichenauer Ortsteil Kotten geboren, studierte in Krumlau und Olmütz und reiste 1668 nach Wien zu Kaiser Leopold I., wo er in einer leidenschaftlichen Rede die garantierten Rechte der katholischen Pfarrei Wittichenau im lutherischen Sachsen verteidigte. Serbin war 1672 auch maßgeblich an der Errichtung der Rosenkranzbruderschaft beteiligt, die noch heute in Wittichenau existiert. Er starb 1682 als Pfarrer von Wittichenau und Kanonikus von Bautzen. Ostern 1680, als die Pest im benachbarten Kamenz wütete, führte Serbin eine Bittprozession mit über tausend Personen nach Rosen-thal an.

Über eine weitere großartige Prozession berichtet die Chronik vom Fest Mariä Heimsuchung, am 2. Juli 1669, gehalten auf Anordnung des Bautzener Domdekans Martin Brückner von Brückenstein (ebenfalls aus Wittichenau stammend), um für die kaiserlichen Waffen den Sieg gegen die Türken zu erbitten.

Auch diese beiden Prozessionen, zu Ostern und zu Mariä Heimsuchung, werden heute noch abgehalten.

Dieser Beitrag wurde veröffentlicht in Ausgabe 38 des 46. Jahrgangs (im Jahr 1996).
Aufgenommen in die Online-Ausgabe: Sonntag, 22.09.1996

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