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Bistum Dresden-Meißen

Wahrnehmen und Mittragen

Bistumsjugendtag in Wechselburg

Wechselburg (jak) - "Kreuz und Quer" war das Motto des zweiten Bistumsjugendtages, der am 14. und 15. September in Wechselburg stattfand. Trotz des Regens folgten etwa 400 junge Leute der Einladung der Wechselburger Benediktiner und der Diözesan-Jugendseelsorge und brachten innerlich wie symbolisch die Kreuze ihres Alltags mit. Vor dem Lettner in der Stiftskirche fanden die mitgebrachten Kreuze während des Bistumsjugendtages ihren Platz. Damit verbunden war die Einladung, sich mit den Kreuzen der Mitmenschen zu beschäftigen, sie mitzutragen und in dieser Haltung zum Gebet zu finden.

Diözesanjugendseelsorger Frank Richter erinnerte in seiner Predigt zum Gottesdienst am Sonntag beispielsweise an die vielen Kreuze, die heute am Straßenrand an Menschen erinnern, die dort ihr Leben ließen. Er sagte: "Wir haben die Chance, an diesen Kreuzen nicht einfach vorbeizufahren, sondern anzuhalten, uns zu besinnen und zu beten." Darin, so der Jugendseelsorger, liege ein Stück Mitmenschlichkeit.Zeichen des Teilens gaben die jungen Leute mit der Kollekte.

Gesammelt wurde für ein Projekt der Leipziger Caritas im Landkreis Leipzig. Betreut werden straffällig gewordene Jugendliche in sozialen Trainingskursen. In Form der Gruppenarbeit wird über die Straftat und ihre Folgen gesprochen. An anderen Abenden geht es um die Lebensbereiche der Jugendlichen. Daneben erfahren junge Leute durch die Caritas eine Reihe von Einzelhilfen. So unter anderem bei der Arbeitssuche. Die Kollekte ergab rund 1000 Mark.

Eine Besonderheit des Bistumsjugendtages war die thematische Aufarbeitung der alltäg-lich erfahrenen Kreuze in Workshops. Sie standen unter den Themen: Das Kreuz mit der Sucht, der Zukunft, der Partnerschaft und dem Glauben. Es wurde eine Bestandsaufnahme vollzogen und gemeinsam nach Hilfen zur Bewältigung und zum Tragen-können gesucht. Pfarrer Frank Richter, Diözesanjugendseelorger, nahm am Workshop "Das Kreuz mit der Partnerschaft" teil. "Ich war erstaunt, wie realistisch die Jugendlichen sich diesem Thema stellen und welches Maß an innerer Auseinandersetzung bereits in jungen Jahren vorhanden ist." Im Partnerschafts-Workshop ging es beispielsweise um die Frage, wie kann auch in schwierigen Phasen eine Partnerschaft gelebt und die Liebe bewahrt werden.

Dieser Beitrag wurde veröffentlicht in Ausgabe 38 des 46. Jahrgangs (im Jahr 1996).
Aufgenommen in die Online-Ausgabe: Sonntag, 22.09.1996

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