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Bistum Görlitz

27.000 Mark für "Mütter in Not"

Wallfahrt nach Neuzelle

Neuzelle - "Neuzelle, das war für uns immer eine Oase in der Glaubenswüste unserer Zeit. Und das soll sie bleiben." So begrüßte der Görlitzer Bischof Rudolf Müller am vergangenen Sonntag rund 1400 katholische Christen, die sich zur traditionellen Bistumswallfahrt in der Stiftskirche versammelt hatten. "Leben im Angesicht Gottes" hieß das Wallfahrtsthema, das Bezug nahm auf die Geschichte von der Begegnung zwischen Jesus und der Frau am Jakobsbrunnen im Johannesevangelium.

Dieses Evangelium bildete den Rahmen des Tages. Eine "ganz banale Sache", nämlich die Bitte um Wasser, nehme Jesus zum Anlaß, "dieser einfachen Frau zu zeigen, wer er ist", sagte Bischof Müller in seiner Predigt. Die Szene am Brunnen sei der Alltag des Menschen. Sie zeige, "wie nahe Gott uns im Alltag ist". Das Evangelium sei aktuell, weil der Atheismus aus DDR-Zeiten "erstaunliche Nachwirkungen" zeige: "Es scheint, daß viele es sich abgewöhnt haben, mit Gott zu rechnen". Die Christen wüßten, daß die Botschaft des Evangeliums allen Menschen gelte. "Wir sollten sie bewahren und auf unsere Weise verkünden."

Entscheidend für das christliche Leben heute seien deshalb "nicht schöne Gottesdienste, sondern daß wir das, was wir feiern, im Alltag umsetzen". Für das christliche Zeugnis im Alltag nannte Bischof Müller drei Herausforderungen: die Suche nach Gott in der Stille, das Leben in den Familien und Gemeinschaften "im Bewußtsein, daß Gott unter uns ist" und der Blick auf den Nächsten. "Im Antlitz Gottes muß etwas lebendig werden im Blick auf die anderen." Dabei verwies Bischof Müller besonders auf den Umgang mit behinderten Menschen und mit ungeborenen Kindern.

Ein konkretes Zeichen dieser Nächstenliebe setzten die Wallfahrer mit ihrer Kollekte. Vertreter jeder Gemeinde brachten eine Sammelbüchse zugunsten des bischöflichen Hilfsfonds "Mütter in Not" zum Altar. Insgesamt spendeten die Wallfahrer rund 27 000 Mark. "Das ist ein schönes Zeichen dafür, daß Kirche nicht nur Worte macht, sondern auch bereit ist, etwas zu tun. Ich bin sehr froh darüber", meint Seelsorgeamtsleiter Alfred Hoffmann, der in diesem Jahr als Nachfolger von Pfarrer Christoph Bockisch zum ersten Mal zusammen mit seiner Mitarbeiterin Bernadette Rausch für die Wallfahrt verantwortlich war.

Spenden für den bischöflichen Hilfsfonds "Mütter in Not" werden weiterhin erbeten auf das Konto des Ordinariates Görlitz bei der Volksbank Görlitz (Konto-Nr. 45 30 522 712, BLZ 855 910 00, Verwendungszweck "Mütter in Not" unbedingt angeben!). Matthias Holluba.

Dieser Beitrag wurde veröffentlicht in Ausgabe 36 des 46. Jahrgangs (im Jahr 1996).
Aufgenommen in die Online-Ausgabe: Sonntag, 08.09.1996

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