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Bistum Görlitz

Auf geht's zur Bistumswallfahrt

Wallfahrt am 1. September in Neuzelle

Neuzelle (tdh) - "Leben im Angesicht Gottes" - unter diesem Motto sind die katholischen Christen im Bistum Görlitz in diesem Jahr zur Wallfahrt nach Neuzelle eingeladen. Jung und alt, Christen, die schon oft in Neuzelle waren und "Neulinge" sind am 1. September gern gesehen, heißt es in der Einladung.

"Auf den Ankündigungsplakaten in den Pfarreien ist ein Brunnen zu erkennen und zwei Personen. Vielen wird die Begegtnung von Jesus und der Frau am Jakobsbrunnen bekannt sein. Die Frau erkennt erst spät, wer ihr in Jesus Christus gegenübersteht. Auch uns heutigen Menschen ist selten bewußt, daß wir mit unserem ganz normalen Alltag ,vor dem Angesicht Gottes leben'. Das wird die Wallfahrt uns allen neu bewußt machen", so Seelsorgeamtsleiter Alfred Hoffmann über das Wallfahrtsthema.

Bischof Rudolf Müller geht in seinem Einladungsbrief ebenfalls auf das Wallfahrtsmotto ein: "Auch uns kann es passieren, daß uns Gott zwar nahe ist, daß wir es aber nicht oder erst sehr spät bemerken. Die gemeinsame Wallfahrt zu unserer Lieben Frau in Neuzelle will uns an Gottes Nähe und Fürsorge erinnern."

Das diesjährige Wallfahrtsopfer steht unter dem Leitspruch "Helfen, damit neues Leben gedeihen kann." Die katholische Kirche setze sich immer wieder öffentlich für den Schutz des ungeborenen Lebens ein, schreibt dazu Bischof Müller. Manchmal werde in diesem Zusammenhang der Vorwurf laut, daß die Mütter, die sich daraufhin durchgerungen haben, ihr Kind zur Welt zu bringen, dann von der Kirche alleingelassen würden. "Es heißt dann, die Kirche kümmere sich zu wenig um das geborene Leben. In unserem Bistum gibt es den bischöflichen Fonds ,Mütter in Not'. Hier hat unsere Kirche die Möglichkeit geschaffen, auf unbürokratische Weise Soforthilfe zu leisten." Der Bedarf sei leider oft viel größer als die vorhandenen Mittel. Deshalb sei das Wallfahrtsopfer für diesen Fonds bestimmt. "Es soll ein sichtbares Zeichen sein für unsere aufrichtige und tätige Verbundenheit mit diesen Müttern und Familien", schreibt Bischof Müller.

Die Tradition der Bistumswallfahrten nach Neuzelle begann erst nach dem Zweiten Weltkrieg. Abgeschnitten von den großen und bedeutenden Wallfahrtsorten und auf der Suche nach neuen Zentren religiösen Lebens wurde die 1817 säkularisierte Klosteranlage von Neuzelle zu einem neuen Wallfahrtsort. Die rund 700 Jahre alte Abteikirche war früher der Mittelpunkt des religiösen Lebens in der Niederlausitz und der Neumark. Eine Wallfahrtstradition bestand jedoch nicht.

Dieser Beitrag wurde veröffentlicht in Ausgabe 33 des 46. Jahrgangs (im Jahr 1996).
Aufgenommen in die Online-Ausgabe: Sonntag, 18.08.1996

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