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Bistum Erfurt

Kreuze zum Anfassen wollen Botschaft vermitteln

Moderne christliche Kunst im Kreuzgang des Domes

Erfurt - In einem großen Kreuz aus Kiefernholz steckt eine Schublade, aus der frisches grünes Gras sprießt. Daneben findet sich ein Kreuz aus Plexiglas, das mit Solarzellenenergie beleuchtet wird. Dies sind nur zwei Beispiele der eigenwilligen Arbeiten und Kreuzinterpretationen von Günther H. P. Schulz (59) aus Barsinghausen bei Hannover, die seit 9. August unter dem Thema "Kreuze zum Anfassen - Kunstvolle Kreuze sollen christliche Botschaft vermitteln" im Kreuzgang am Erfurter Dom zu sehen ist. Der ehemalige Tischlermeister aus Niedersachsen arbeitet mit altem und frischem Holz, mit Metall, Leder und vielen anderen Materialien. Seine Arbeiten vermitteln auf unterschiedlichste Weise die christliche Botschaft.

"Das Kreuzzeichen", so Schulz, "wurde in der abendländischen Kunstgeschichte schon immer in den verschiedensten Variationen dargestellt. Auch heute gibt es große Interpreta-tionsmöglichkeiten für das Zeichen des Christentums an sich." Und gerade über diese Möglichkeiten hat sich Schulz Gedanken gemacht und sie in seine Kunst eingearbeitet. Ansonsten macht der Künstler nicht viele Worte um seine Werke, sondern überläßt es lieber dem Betrachter, den Sinngehalt zu deuten und zu interpretieren.

Da ist das Telefon, das vom Kreuz herunterbaumelt. Hier kann einerseits der direkte Draht zu Gott gemeint sein; wer will, könnte das Kreuz aber auch als eine Art "Markenzeichen" für die Telefonseelsorge verstehen Oder das Kreuz, dessen Vorderseite wie bei einer Tür geöffnet werden kann. Hier kann die Tür zur Ewigkeit gemeint sein, in der das irdische Leben fortgesetzt wird.

Günther H. P. Schulz, der selbst evangelischer Christ ist, hat durch seinen früheren Beruf und einen befreundeten katholischen Künstler viele Anregungen erhalten. Wenn einige Kunstwerke sicher auch nicht den Geschmack eines jeden Kirchgängers treffen werden, so zwingt die eigenwillige Interpretation doch zur Auseinandersetzung mit dem Sinn des Kreuzzeichens.

Fast schon im Gegensatz dazu steht eine Skulptur der Jungfrau Maria mit ihrem Kind aus Lindenholz, mit der sich sicher eher viele Gläubige anfreunden können. Wie viele andere auch, ist diese Skulptur in ihrer Formgebung romanisch angelegt, es fließen jedoch auch andere Stilrichtungen in die Kunstwerke des Bildhauers mit ein. Besonders interessant und handwerklich aufwendig gearbeitet ist ein Kreuz aus Zedernholz im Hof des Kreuzganges, durch dessen Konstruktion der Betrachter hindurchsehen kann, wenn er es umrundet. Schulz sieht es als "besondere Ehre" an, an dem "sicherlich einmaligen Ort" des Kreuzganges am Erfurter Mariendom seine Kunstwerke präsentieren zu können.

Carsten Kießwetter.

Die Ausstellung im Kreuzgang des Erfurter Mariendomes kann täglich bis einschließlich 15. September besichtigt werden. Eine Voranmeldung im Dompfarramt, Domstraße 9, Erfurt, Telefon 03 61 / 6 57 24 02 oder in der Domküsterei, Domstufen 1, Erfurt, Telefon 03 61 / 6 46 12 65 ist dringend erforderlich, da der Domkreuzgang nicht öffentlich zugänglich ist.

Dieser Beitrag wurde veröffentlicht in Ausgabe 33 des 46. Jahrgangs (im Jahr 1996).
Aufgenommen in die Online-Ausgabe: Sonntag, 18.08.1996

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