Jetzt 4 Wochen kostenfrei Tag des Herrn lesen!
Bistum Görlitz

St. Adalbertheim: Grundstein für Anbau

Wittichenau (cs / tdh) - Am ersten August segnete der Görlitzer Generalvikar Hubertus Zomack den Grundstein für einen neuen Trakt des St.-Adalbert-Stiftes in Wittichenau, in dem er selbst vor 55 Jahren auf die Welt kam. Der Neubau entsteht neben den bereits bestehenden Gebäuden des St.-Adalbert-Altenpflegeheimes.

Wenn nach der Fertigstellung bis Mitte 1998 auch der Altbau saniert worden ist, sollen nach Auskunft von Oberin Schwester Benedikta 72 Altenpflegeplätze zur Verfügung stehen, darunter Plätze für Tages- und Kurzzeitpflege. Hinzu kommen 24 Pflegeplätze für Ordensschwestern.

Das St.-Adalbert-Stift ist eng mit der Geschichte der sorbischen Kleinstadt Wittichenau verbunden. Im vergangenen Jahr feierte die Einrichtung der Borromäerinnen ihr 100jähriges Bestehen. Pfarrer Robert Krause begann im vorigen Jahrhundert mit den Bauarbeiten für ein Waisen- und Siechenhaus.

Noch während des Baus übergab er das Haus den Borromäerinnen, die bereits 1863 als Lehrerinnen und ambulante Krankenpflegerinnen in den Ort gekommen waren. Viele Jahre lang haben die Schwestern die Wirtschaft, zu der Pferde und Ackerland, Kühe, Schweine, Hühner und sogar eine eigene Bäckerei gehörte, mit Hilfe von Laienpersonal selbst geführt. Scheune und Stallungen gehören zu den Gebäuden des Stiftes, die vor kurzem abgerissen wurden. Seither hat das Heim statt bislang siebzig vorübergehend nur 54 Plätze.

Vor Kriegsende wurde das Stift 1945 durch Militärkräfte geräumt. Schon im August des selben Jahres konnte das Krankenhaus aber wieder einziehen. In den sechziger Jahren mußten die Borromäerinnen auf Anweisung der SED-Regierung das Krankenhaus schließen, durften dafür aber ein Altenheim eröffnen. Mit den Heimbewohnern, den Angestellten und Ordensschwestern aus Wittichenau und Görlitz freuten sich über die Grundsteinlegung zahlreiche Ehrengäste aus Politik und Wirtschaft. Der Freistaat Sachsen und die Bundesregierung fördern die Baumaßnahmen mit insgesamt 9,51 Millionen Mark, das sind neunzig Prozent der Kosten. Nach der Grundsteinlegung trafen sich alle Festgäste mit den Heimbewohnern bei Kaffee und Kuchen.

Dieser Beitrag wurde veröffentlicht in Ausgabe 32 des 46. Jahrgangs (im Jahr 1996).
Aufgenommen in die Online-Ausgabe: Sonntag, 11.08.1996

Aktuelle Buchtipps