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Bistum Erfurt

Rosen für Elisabeth und Ludwig

Elisabeth-Jahr in Reinhardsbrunn mit einer Andacht und einem Mysterienspiel beendet

Die Mysterienspiele aus Meckenheim brachten Elisabeths Botschaft in unsere Zeit.

Erfurt (jak). "Noch lange wird die Welt von jenen Menschen leben, die mit mir die Dornenkrone tragen", sagt Christus zum Abschluss des Mysterienspiels Elisabeth, das zum Abschluss des Jubiläumsjahres in Reinhardsbrunn / Friedrichroda aufgeführt wurde.

Aufgeführt wurde das Mysterienspiel "Elisabeth" am vergangenen Sonnabend von den Lüfthildis Mysterienspielen aus Meckenheim bei Bonn. Seit nunmehr 20 Jahren engagieren sich Jung und Alt für diese besondere Art des Theaters, die ihren Ursprung im 14. Jahrhundert hat. Neben der durchaus guten Unterhaltung geht es in den Stücken immer darum, die Botschaft des Christentums in unsere Zeit zu bringen. So im Mysterienspiel, dass sich der heiligen Elisabeth widmet und aus Anlass des Ökumenischen Kirchentages 2003 in Berlin entstand.

Birgit Kleipaß, die Vorsitzende des Spielvereins, betont, dass es allen Beteiligten wichtig ist, die Christusnachfolge der Thüringer Landgräfin aufzuzeigen, dass es einen Menschen gab, der diese Nachfolge intensiv lebte. Deutlich wurde während der Aufführung aber auch, dass Almosen allein nicht genügen. Vielmehr komme es darauf an, dem Menschen zu helfen, wieder auf die eigenen Beine zu kommen. Bereits eine Woche zuvor hatte der Verein Kirche und Tourismus Stift Reinhardsbrunn zu einer Andacht in den Klosterpark eingeladen, bei der die Schönstätter Marienschwestern einen Rosenstock pflanzten. Diese fand in und neben der kleinen, ökumenischen genutzten Johanneskirche statt, deren Grundstein am 28. Oktober 2000 aus Anlass des 800. Geburtstages von Landgraf Ludwig IV. gelegt wurde. Pfarrer Christfried Boelter von der Evangelisch-Lutherischen Landeskirche Thüringens erinnerte daran, dass Reinhardsbrunn ein authentischer Ort im Leben der heiligen Elisabeth war. Als Landgräfin kam sie gern hierher und im Kloster Reinhardsbrunn bestattete sie schließlich im Jahr 1228 ihren Mann Ludwig, der während eines Kreuzzugs am Fieber verstarb.

Für den Verein Kirche und Tourismus ist diese örtliche Nähe zu Elisabeth eine Verpflichtung, das Wissen um die Heilige und ihr Erbe wachzuhalten -auch dann, wenn keine sichtbaren räumlichen Zeugnisse vorhanden sind.

Pfarrer Boelter erinnerte in seinen Worten besonders an Landgraf Ludwig (1200 bis 1228), an dem keiner vorbeikomme, der sich für Elisabeth begeistert. "Ludwig hat Elisabeth mitgetragen", betonte der Pfarrer. Weiter gab Boelter einen kurzen Bericht über die Aktivitäten der zurückliegenden zwölf Monate. Unter anderem an den Elisabeth- Tag im August, die Zusammenarbeit mit anderen Partnern aus Thüringen und Europa und besonders an das touristische Engagement der Reinhardsbrunner. Ihre Dauerausstellung zum Kloster und zur heiligen Elisabeth und die Führungen durch den Klosterpark mit seiner Kirche wurden gern angenommen. In der nächsten Saison im Jahr 2008 wird die Ausstellung in einem umgebauten Gebäude in der Nähe des Schlossparkes zu sehen sein, dem eigentlichen Standort des ehemaligen Klosters. Leider ist es derzeit nicht absehbar, wann der Schlosspark für Besucher geöffnet sein wird.

Einer, der sich für Reinhardsbrunn besonders stark macht, ist der katholische Christ Andreas Benjamin Paasche aus Friedrichroda, der nicht müde wurde, Menschen aus ganz Deutschland an diesen Elisabethort einzuladen. Paasche ist persönlich sehr dankbar für diese Zeit: "Bei den Führungen hatte ich plötzlich die Fähigkeit, frei vor einer großen Gruppe von Menschen zu sprechen. Das hatte ich mir bisher nicht zugetraut."

Dieser Beitrag wurde veröffentlicht in Ausgabe 45 des 57. Jahrgangs (im Jahr 2007).
Aufgenommen in die Online-Ausgabe: Mittwoch, 07.11.2007

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