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Aus der Region

Den Menschen Heil zusprechen

Professor Fritz Hoffmann ist mit 94 Jahren in Erfurt gestorben

Erfurt/Görlitz. Der langjährige Erfurter Professor für Fundamentaltheologie und Philosophie und Priester des Bistums Görlitz, Fritz Hoffmann, ist am 24. Oktober im Alter von 94 Jahren gestorben. Hoffmann gehörte zu den Gründungsvätern des Regional- Priesterseminars und des Philosophisch- Theologischen Studiums Erfurt.

Fritz Hoffmann wurde am 25. Februar 1913 in Breslau geboren. Nach dem Studium der Theologie weihte ihn Kardinal Bertram am 1. August 1937 in Breslau zum Priester. Dort war er in den folgenden Jahren sowohl in der Seelsorge als auch in der Wissenschaft tätig.

Beide Aufgabengebiete halfen ihm, die Last des Krieges in der Festungsstadt sowie die anschließende Vertreibung zu ertragen. 1947 wurde Hoffmann Seelsorger der Flüchtlingsgemeinde Wandersleben bei Erfurt. Hier stand er den Menschen in leiblicher und seelischer Not bei und half ihnen, nach dem Verlust von Verwandten und Heimat neu Mut zu fassen.

Als 1952 in Ostdeutschland das Priesterseminar mit theologischer Hochschulausbildung gegründet wurde, erhielt er neben Regens Erich Kleineidam einen Ruf. Er war als Dozent bei der Eröffnungsfeier am 5. Juni 1952 dabei und begann am 9. Juni mit dem ersten Theologenkurs die Vorlesungen.

Wie sehr sein Leben in vielen Jahren mit der Priesterausbildung, Theologie und Philosophie verbunden war, ist an seiner Lehrtätigkeit bis 1978, an seiner Arbeit in der Nominalismusforschung und an seiner Begleitung junger Wissenschaftler ablesbar. Nach in Fachkreisen weltweit beachteten Studien zu den spätmittelalterlichen englischen Theologen Johannes Lutterell (1941), Robert Holcot (1972) und Wilhelm Crathorn (1988) hat er, 85-jährig, in einer kleinen Studie "Ockham- Rezeption und Ockham-Kritik" (1998) eine Bilanz aus 60 Jahren Arbeit gezogen. Neben einer dichten Zusammenfassung seiner Forschungsergebnisse geht Hoffman der Frage nach, was die Theologen im Innersten zur geistigen Arbeit antrieb und bis heute antreibt. Es ist nicht die Angst vor dem gnostischen Verdacht, ein dunkler Abgrund könnte Mensch und Welt verschlingen. Es ist das biblische Zeugnis von der Gutheit Gottes und der trotz aller Widerstände und Widersprüche heilsam gewirkten Gutheit der Schöpfung.

In dieser Antwort leuchtet das priesterliche Leben Hoffmanns in Wissenschaft und Seelsorge gleichermaßen auf. Gottes Güte und Heil stiftende Nähe den Menschen zuzusprechen war sein Anliegen. Dass diese Botschaft nicht zuletzt auch Anruf und Trost für das eigene Leben ist, wusste Hoffmann auf Grund langer Erfahrung und aus dem schmerzlichen Verlust lieber Menschen.

Michael Gabel/ Andreas Schuppert

Requiem und Beerdigung waren am 30. Oktober in Erfurt.

Dieser Beitrag wurde veröffentlicht in Ausgabe 44 des 57. Jahrgangs (im Jahr 2007).
Aufgenommen in die Online-Ausgabe: Freitag, 02.11.2007

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