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Bistum Görlitz

Dialog unerlässlich

Katholisches Akademieforum in Cottbus beging zehnjähriges Bestehen

Cottbus (as). Glaube und Vernunft, Denken und Handeln, Naturwissenschaften und Theologie. Die Themenpalette des Katholischen Akademieforums in Cottbus ist vielfältig. Am 24. Oktober wurde zehnjähriges Bestehen gefeiert.

Die Starthilfe kam aus Berlin, erinnert sich Dr. Josef Horntrich. Schon früh sei klar gewesen, dass sich das Bistum Görlitz keine eigene Katholische Akademie leisten könne. Aber in einem kleineren Rahmen sei so etwas durchaus möglich, waren die Gründer des Forums überzeugt. Josef Horntrich ist nicht erst seit 1997 dabei. Am Festabend blickt er auch auf die Arbeit des Cottbuser Akademikerkreis der 1950er und 1960er Jahre zurück. Propst Herbert Pollack habe bei der Gründung des Forums an diese Tradition angeknüpft. Namen wie der des früheren Pfarrers von Cottbus, Bruno Broß, fallen, der die Akademikerarbeit besonders förderte.

Das Cottbuser Akademieforum hat sich inzwischen zu einer festen Größe im Bistum entwickelt. In der rund 75 Namen umfassenden Referentenliste sind Persönlichkeiten wie der Jesuit Jörg Splett, der Psychotherapeut Manfred Lütz oder die frühere Präsidentin des Berliner Abgeordnetenhauses, Hanna-Renate Laurien (CDU), zu finden. Eine gute Zusammenarbeit gibt es mit der Brandenburgisch- Technischen Universität Cottbus (BTU), deren Präsident Ernst Siegmund erster Referent war. So unterschiedlich die Gäste so spannend die Themen: Kirchengeschichte, Familienpolitik, Theologie und ihre Grenzbereiche, Ökumene und Ethik sind nur einige davon. Was auch immer gerade der Gegenstand der Diskussion ist: Das Akademieforum will nach den Worten des Mediziners Horntrich "eine Plattform sein für die Auseinandersetzung zwischen Glaube und Vernunft, Offenbarung und Naturwissenschaft, auch zwischen Theologie und Philosophie."

An diesem Abend ist die Cottbuser Landtagsabgeordnete Martina Münch (SPD) zum Festvortrag geladen. Ihr Thema, die Wertediskussion in der Gesellschaft, darf als traditionell gelten, denn damit hat sich die katholische Intelligenz in allen Systemen auseinandergesetzt. Der augenscheinlichen Beliebigkeit in der modernen Gesellschaft setzt die Ärztin und Mutter von sieben Kindern Verantwortung, Gerechtigkeit und Toleranz entgegen. Besonders die jüngeren Generationen lernen von den Erwachsenen, was es bedeutet, Werte zu besitzen und sie im Alltag zu leben. Martina Münch: "Ein junger Mensch wird vor allem dann bereit sein, verantwortlich zu handeln, wenn er die Gesellschaft auch mitgestalten kann, wenn man ihn an gesellschaftlichen Prozessen und Entscheidungen teilhaben lässt."

Für die geistige Auseinandersetzung wird das Akademieforum deshalb weiterhin unerlässlich sein -wenn auch in einem vergleichsweise kleinen Rahmen, bietet es nicht nur die Möglichkeit, dass sich Christen und Nichtchristen begegnen, sondern fördert den Dialog zwischen den Weltanschauungen, die in einer globalisierten Welt aufeinander stoßen. Josef Horntrich ist froh, dass der jetzige Propst, Thomas Besch, die Arbeit seines Vorgängers weiterführt. Besch hat sogar einen Verein mit ins Leben gerufen, der die Akademiearbeit finanziell unterstützen soll.

Infos zum Verein Akademieforum bei Propst Thomas Besch, Katholisches Pfarramt St. Maria Friedenskönigin, Cottbus, Tel. 03 55/38 06 78

Dieser Beitrag wurde veröffentlicht in Ausgabe 44 des 57. Jahrgangs (im Jahr 2007).
Aufgenommen in die Online-Ausgabe: Freitag, 02.11.2007

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