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Singend und badend durchs Land

Der ökumenische Kammerchor Cantus Magnificat besuchte Mecklemburg

Dresden (jak) - Anders als Chöre - die sich regelmäßig treffen - arbeitet der ökumenische Kammerchor Cantus Magnificat Dresden projektbezogen. Das heißt, zu verschiedenen Anlässen finden sich die Sänger und Sängerinnen zusammen, um gemeinsam ein Programm einzustudieren und zur Aufführung zu bringen. So in diesem Sommer in Mecklenburg-Vorpommern. Die musikalische Leitung hat Marco Heinzig, der Assistent des Domkapellmeisters von St. Hedwig in Berlin, ihm zur Seite stehen Kantor Martin Müller aus Freiberg und der Dresdner Musiker Albrecht Voigt, der sich um die Organisation und den Zusammenhalt von Cantus Magnificat kümmert.

Bereits zum zehnten Mal war Mecklenburg-Vorpommern Ziel der Sommerchorreise von Cantus Magnificat. Die Idee dazu kam von Albrecht Voigt. Wie er sagt, hat er dabei ein Modell aufgegriffen, dass in ähnlicher Form bereits von Studenten der Hochschule für Kirchenmusik durchgeführt wurde. "Diese studierten und probten das ganze Jahr und wollten im Sommer zeigen, was sie gelernt haben", berichtet Voigt, der selbst an einer solchen Reise teilnahm. Und so lag es für den chorbegeisterten Dresdner nahe, das Projekt eines gemeinsamen Singe-Urlaubs anderen Interessenten vorzuschlagen. Inzwischen findet sich seit 1991 Cantus Magnificat in jedem Sommer zusammen. Dabei treffen sich "Schüler, Studenten, Bäckermeister, Musiker, Mediziner, Pfarrer - sie alle singen, baden, beten, radeln, essen und trinken sich durch Mecklenburger Lande", wie es in der diesjährigen Einladung heißt. Nach einer Probenwoche im diesjährigen Stammquartier Sternhagen (Kreis Prenzlau) waren Prenzlau, Neustrelitz, Wanzka, Mirow, Röbel, Dobbertin, Alt Schwerin und Güstrow die Stationen des Chores. Albrecht Voigt erzählt vom durchaus verschiedenen Besucherinteresse, das von der Gegend abhängig ist. So kommen beispielsweise nach Kloster auf Hiddensee - eine frühere Station von Cantus Magnifikat - viel mehr Menschen, als zu einem Konzert in einer Dorfkirche, wo sich in der Regel nur die Gemeinde angesprochen fühlt. Das herausragende Konzert diesen Jahres fand in der Klosterkirche Dobbertin statt, inmitten von Baugerüsten. "Wir waren der erste Chor, der seit acht Jahren in diesem Bau sang", berichtet Voigt nicht ohne Stolz.

Wichtig ist allen Teilnehmenden das Leben in Gemeinschaft. Dazu gehören nicht nur die hohe Kunst der Musik - die der Hauptschwerpunkt ist - sondern auch all die Dinge des Alltags, welche einfach erledigt werden müssen: Einkaufen, Essen zubereiten, abwaschen, die Quartiere und Toiletten säubern, das Packen und Verladen des Gepäcks und der Instrumente ... Während letzteres mittels eines Transporters mit Anhänger von Station zu Station gebracht wird, fahren die übrigen 30 Teilnehmer mit den Rad in den nächsten Ort. Und dass dieses Konzept eines gemeinsamen Urlaubs anspricht, zeigt die Tatsache, dass zwei Drittel der Mitreisenden sich immer wieder anmelden. Albrecht Voigt betont, dass es vor allem junge Leute sind, die kommen.

Inwischen ist es gelungen, Cantus Magnificat in der Arbeitsgemeinschaft Jugendmusik im Bistum Dresden-Meißen anzusiedeln. Weiter möchte man jetzt auf Domkapellmeister Matthias Liebich zugehen, mit der Bitte um eine deutlichere Anbindung an die Dresdner Kathedrale. Damit verbunden ist das Bemühen von Cantus Magnificat um eine größere Kontinuität. Die nächsten Vorhaben sind das Herbsttreffen vom 5. bis 7. Oktober in Dresden, dabei wird der Chor am 7. Oktober das um 10.30 Uhr beginnende Sonntagshochamt in der Hofkirche gestalten, und das Silvester-Jubiläumstreffen, welches vom 27. Dezember bis 1. Januar in Dresden und Berlin stattfindet. Musikalisch gestaltet Cantus Magnificat dann am 30. Dezember einen Gottesdienst in der evangelischen Dresdner Annenkirche, und am 31. Dezember die Jahresschlussandacht in St. Hedwig Berlin sowie eine liturgische Nacht im Berliner Dom. Zum Jubiläumstreffen sind auch alle diejenigen eingeladen, die sich im Lauf der zurückliegenden Jahre bei Cantus Magnificat engagiert haben. Beide Termine - so Albrecht Voigt - stehen natürlich auch neuen Interessenten offen. Anmeldungen sind ab sofort möglich, die Kontaktadresse findet sich am Ende dieses Beitrags.

Albrecht Voigt betont weiter, dass allen Mitgliedern von Cantus Magnificat die christliche Ausrichtung wichtig ist, auch den wenigen, die keiner Konfession angehören. So gehört die Besinnung und das Gebet einfach zum Choralltag dazu - beispielsweise das Stundengebet während der Sommersingewoche. Allerdings soll sich niemand ausgegrenzt fühlen, wenn er an diesen Gebeten nicht teilnehmen möchte.

Informationen zum Chor und Anmeldung für das Herbst- und das Jubiläumstreffen bei Albrecht Voigt, Heinrich-Schütz-Straße 9 in 01277 Dresden, Telefon (03 51) 3 19 00 48.

Dieser Beitrag wurde veröffentlicht in Ausgabe 35 des 51. Jahrgangs (im Jahr 2001).
Aufgenommen in die Online-Ausgabe: Freitag, 31.08.2001

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