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Aus der Region

"Elisabeth ist mir sehr nahe"

Projekt der Maria-Pawlowna-Gesellschaft stellt im Elisabeth-Jahr Frauen und ihre Lebensmotive vor

Von Holger Jakobi. Bis zum 18. November sind auf Schloss Neuenburg 40 Porträts von heute in Europa lebenden Frauen zu sehen. Das Projekt der Maria-Pawlowna-Gesellschaft -Kromsdorf bei Weimar -möchte an Beispielen zeigen, was Frauen bewegt und auszeichnet.

Die Verbindung zwischen Vergangenheit, Gegenwart und möglichen Wegen in die Zukunft war das Anliegen des Elisabeth-Jahres auf Schloss Neuenburg bei Freyburg an der Unstrut, dem authentischen Elisabethort in Sachsen-Anhalt. Mit der Fotoausstellung "Europäisches Forum -Frauen heute / Auf den Spuren der heiligen Elisabeth" wird diese Verbindung gegen Ende des Jubiläumsjahres erneut in den Blickpunkt gerückt. Am 25. September wurde sie im Festsaal der Neuenburg eröffnet. Gezeigt werden 40 Bilder von Frauen, die ähnlich wie Elisabeth ihren Weg in der Gesellschaft suchen und sich selbst treu bleiben.

Jedem der Bilder wurde ein Lebensmotto beigestellt. So beispielsweise das von Katalin Bodnár aus Sarospatak -dem vermutlichen Geburtsort der heiligen Elisabeth. Sie sagte: "Die Persönlichkeit Elisabeths ist mir sehr nah; auch ich möchte helfen, wo es Not tut und die Sorgen der Menschen lindern." Dr. Ewa Unger aus Breslau (Wroclaw) betont: "Wenn wir Dinge ändern wollen, müssen wir sie anders tun." Dieses Engagement zeichnet alle der porträtierten Frauen aus.

Der Initiator der Ausstellung -Wolfgang Knappe von der Maria-Pawlowna-Gesellschaft -betont, dass es sich um Frauen handelt, die sich nicht dem Mainstream unterwerfen, die gegen den Strom schwimmen. Er zeigte sich überzeugt davon, dass es weltweit sehr viele Frauen gibt, die ebenso handeln und die Welt ein bisschen zu verändern. Wolfgang Knappe erinnerte daran, dass mit der Ausstellung eine Art Netzwerk entstand, zum einen zwischen den Engagierten und zum anderen, sind die Frauen untereinander eingeladen, persönliche neue Netzwerke zu schaffen oder einfach nur darum zu wissen, dass sie nicht alleine stehen. Mit Blick auf das laufende Elisabeth-Jahr fand Wolfgang Knappe kritische Worte. Vieles sei mit Blick auf Elisabeths Armutsideal mehr als fraglich und so ergebe sich die Sorge, ob es gelingt, die Heilige unbeschadet über das Jubiläum zu retten.

Knappe dankte in seinen Worten Christine Lieberknecht, der Fraktionschefin der CDU-Fraktion im Thüringer Landtag für ihr Engagement für die Ausstellung. Christine Lieberknecht ist übrigens selbst im Bild festgehalten worden. Ihr Porträt befindet sich im Untergeschoss der Doppelkapelle. Als Motto benannte die evangelische Christin: "Ich fühle mich in Gott geborgen. Ich bin sicher, dass nur Liebe zum Nächsten unsere Gesellschaft stärkt und zusammenhält, und lebe in der Hoffnung, dass der Mensch aus seiner Vernunft heraus in der Lage ist, das Richtige zu tun." Über den Entstehungsprozess des deutsch-ungarisch-polnischen Kooperationsprojektes "Europäisches Forum -Frauen heute" informierte die Fotografin Susanne Kloiber. Mit ihren Frauenporträts folgte sie sichtbaren oder möglichen Spuren Elisabeths von ihrem Geburtsort im Norden Ungarns über verschiedene Orte in Polen, der Slowakei, Tschechien, der Ukraine, in Rumänien, Österreich und Deutschland. Susanne Kloiber fotografierte insgesamt 120 Frauen verschiedener Herkunft, Generation und Profession und fragte sie nach deren Lebensorientierung vor dem Hintergrund der heiligen Elisabeth. Dabei standen Fragen im Mittelpunkt wie: Was bedeutet die heilige Elisabeth für Ihr Leben? Was bestimmt Ihr Lebensziel und Ihre Motivation? ... Susanne Kloiber hob weiter hervor, dass sie bei allen Frauen eine tiefe innere Sicherheit und ein Strahlen vorfand, das sie bei ihrer Arbeit sehr bestärkte. Abschließend betonte sie. "Wir haben die gleiche innere Sprache gesprochen und ich hoffe, dass dies beim Betrachter ankommt. Danke, dass ich es machen durfte."

Der Direktor der Neuenburg, Jörg Peukert, stellte im Anschluss die Präsentation der Fotografien vor. "Uns war es wichtig, dabei auch auf Überraschungen zu setzen. Zugleich sollen sich die Bilder in den historischen Raum einfügen", betonte er. So finden ich in den Gängen und im romanischen Wohnturm immer wieder neue Teile der Ausstellung, deren zentralster Ort der untere Teil der Doppelkapelle ist -ein Ort übrigens, den die heilige Elisabeth wie auch die Räume im Palas persönlich kannte.

Schloss Neuenburg (Freyburg bei Naumburg) mit der Dauerausstellung zu Elisabeth hat täglich von Montag bis Sonntag von 10 bis 18 Uhr geöffnet, November bis März: Dienstag bis Sonntag von 10 bis 17 Uhr. Infos im Internet unter: www.schloss-neuenburg.de

Dieser Beitrag wurde veröffentlicht in Ausgabe 40 des 57. Jahrgangs (im Jahr 2007).
Aufgenommen in die Online-Ausgabe: Donnerstag, 04.10.2007

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