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Bistum Görlitz

Kleinod in der Diaspora

Die Gemeinde in Lübben hat ihre Kirche renoviert und will optimistisch in die Zukunft blicken

Christen engaieren sich in der Politik: Bürgermeister Lothar Bretterbauer im Gespräch mit Pfarrer Udo Jäkel. Fotos: Andreas Schuppert Lübben - Hier herrscht wohl die extremere Variante der Diaspora. Dennoch haben die Christen in Lübben eine wichtige gesellschaftliche Aufgabe, sagt dessen Bürgermeister Lothar Bretterbauer (CDU).

Die kleine Kirche St. Trinitatis erstrahlt in neuem Glanz, der Raum wirkt freundlich, einladend und macht Lust auf mehr. Aber nicht nur deswegen war die Kirche am vergangenen Sonntag hoffnungslos überfüllt. "Wir haben gleich drei Gründe zu feiern", sagt Pfarrer Udo Jäkel. Neben den Abschluss der Renovierungsarbeiten haben die Kinder der Gemeinde ihre Religiöse Kinderwoche beendet. Zudem wurden zwei Schulanfänger gesegnet. All das begingen die Lübbener mit einem Gemeindefest. Die Christen aus Gröditsch und Straupitz sind mit Diakon Aloys Klein ebenso gekommen wie Gäste aus der Umgebung.

Renovierung der Kirche in Rekordzeit

Die Renovierung der Kirche hat die kleine Gemeinde in der Rekordzeit von knapp drei Monaten gestemmt. Das sei nicht nur durch das Engagement der beteiligten Firmen, sondern auch durch den persönlichen Einsatz jedes Einzelnen möglich geworden, meint Kirchenvorstand Thomas Hoffmann, der sich im Namen der Gemeinde bei allen bedankt. Eine Besonderheit in der erneuerten Kirche ist ein geöffnetes Fenster in der Apsis, das der Berliner Künstler Helge Warme als "Dreifaltigkeitsfenster" gestaltet hat. "Wie soll man das Unaussprechliche darstellen?", fragt Warme. Mehrere übereinander gelegte Farbschichten symbolisieren die Einheit der drei Personen Gottes in ihrer Verschiedenheit. Keine Frage: St. Trinitatis ist ein Kleinod in der Diaspora geworden.

Finanziert wurde die Renovierung vom Bistum Görlitz, einen Eigenanteil musste die Gemeinde selbst aufbringen. Für die Kosten des neu entstandenen Fensters hatte Bürgermeister Lothar Bretterbauer (CDU) noch eine Überraschung parat: Die Stadt gibt eine Finanzspritze von 3000 Euro, was allerdings noch im Nachtragshaushalt beschlossen werden muss.

Christen gestalten das politische Leben

Bürgermeister Bretterbauer, der auch im Kirchenvorstand der Pfarrgemeinde sitzt, sieht trotz der geringen Zahlen eine wichtige Aufgabe für die Katholiken. Er erinnert an die Rolle der Christen während der Wende 1989. "Viele haben danach das politische Leben mitgestaltet und tun es noch heute", weiß der Bürgermeister, der seit 1990 die Geschicke der rund 14 000 Einwohner zählenden Spreewaldstadt leitet.

Dass sich auch Gläubige aus Straupitz und Gröditsch zum Gemeindefest nach Lübben aufgemacht haben, ist kein Wunder, denn sei dem 1. Januar gehören beide zur Pfarrei Lübben. Wächst jetzt zusammen, was zusammengehören soll? "Das Problem sind vor allem die Wege von einem Ort zum anderen", ist die Erfahrung von Diakon Aloys Klein. Wichtig sei, dass man Höhepunkte gemeinsam gestaltet, aber vor allem eine innere Verbindung schafft. Die Lübbener und ihre Filialgemeinden wollen jedenfalls optimistisch in die Zukunft blicken.

Dieser Beitrag wurde veröffentlicht in Ausgabe 35 des 57. Jahrgangs (im Jahr 2007).
Aufgenommen in die Online-Ausgabe: Donnerstag, 30.08.2007

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