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Bistum Dresden-Meißen

Verschiedenheit zum Genießen

Im Jugendhaus des Bistums verbrachten Jugendliche aus zehn Nationen zwei gemeinsame Wochen

Wann wirken Unterschiede reizvoll, wann machen sie gereizt? Am 'Städtebautag' hatten Kaja aus Estland, Andrei aus Litauen und Julia aus Russland beim Erledigen ihrer Tagesaufgabe Gelegenheit, das herauszufinden. Das Los hatte entschieden, dass die drei das Modell eines Restaurants im antiken Baustil erstellen sollten. Schmiedeberg - Dass Unterschiedlichkeit zum Wesen der Schöpfung gehört und mal als Bereicherung, mal als Ärgernis erlebt werden kann, führte den 54 Camp-Teilnehmern in Schmiedeberg die Lektüre des Buches Genesis vor Augen, das sie durch die internationale Freizeit begleitete.

Während der gemeinsamen Tage in der zweiten Augusthälfte, die die deutschen und osteuropäischen Jugendlichen mit Ausflügen, Aktivitäten im Schmiedeberger Winfriedhaus, Zeiten der Besinnung und des Gebets verbrachten, überwog die Freude an der Unterschiedlichkeit, passend zum Motto der Tage, "Enjoy the difference". "Einfach ist es nicht gerade, aber es macht Spaß", erzählt die 19-jährige Julia aus St. Petersburg, die mit der Estin Kaja und dem Litauer Andrei ein antikes Restaurant entwerfen sollte, ohne dass die drei sich dabei in einer gemeinsamen Sprache verständigen konnten.

Reizvoll fand die orthodoxe Christin besonders die Gottesdienste mit katholischen und evangelischen Christen. "Die katholische Liturgie ist mir schon etwas fremd, aber ich genieße es, gemeinsam mit anderen jungen Leuten Gottesdienst zu feiern", erzählt sie. Zu Hause treffe man in der Kirche fast nur die Alten.

Für den Leiter der Freizeit, Pfarrer Gregor Giele, gibt es bei aller Freude über das gelungene Camp einen Wehrmutstropfen: Neun angemeldete Jugendliche konnten nicht teilnehmen, weil die deutschen Botschaften in ihren Heimatländern ihnen kein Visum ausstellten -ohne Begründung. Bereits im vergangenen Jahr hatten fünf Jugendliche aus der Republik Moldau das Problem, in diesem Jahr kamen die meisten Betroffenen aus der Ukraine.

Dieser Beitrag wurde veröffentlicht in Ausgabe 34 des 57. Jahrgangs (im Jahr 2007).
Aufgenommen in die Online-Ausgabe: Donnerstag, 23.08.2007

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