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Bistum Dresden-Meißen

Verschiedenheit, die verbindet

Internationale Familienfreizeit in Schmochtitz

Der Glaube verbindet: Die Familien aus Moldawien, Lettland, der Ukraine, Weißrussland und Deutschland feierten gemeinsame Gottesdienste in der Kapelle des Bischof-Benno-Hauses. Foto: Andreas Schuppert Schmochtitz - Die Völker zusammenführen, Verständnis für den anderen gewinnen und vorneinander lernen. Das ist der Sinn der internationalen Familienfreizeit, die vom 16. bis 25. Juli im Bischof-Benno- Haus stattfand.

Olga Nowitschichina muss sich nicht besonders anstrengen. Aus dem Effeff übersetzt sie den Teilnehmern aus Moldawien, Lettland oder der Ukraine das Evangelium ins Russische. Manche können auch ein bisschen Deutsch -und wenn es in der Verständigung gar nicht funktioniert, geht es nach einiger Zeit auch mit Händen und Füßen. Dennoch, so ist die Erfahrung von Frau Nowitschichina, sei die Sprachbarriere zunächst die größte Hürde, die die fünf Familien bei der internationalen Familienfreizeit zu überwinden hatten.

Seit 2004 findet die Veranstaltung des Projektes "25 plus" statt. Vor allem Familien aus Osteuropa interessieren sich für die Tage im Bischof-Benno-Haus (BBH) Schmochtitz, die der gegenseitigen Verständigung dienen sollen -Erfahrungen aus den eigenen Ländern werden ausgetauscht, besonders in den Bereichen der Familien- und Sozialpolitik. "Wir können viel voneinander lernen", ist sich Guido Erbrich, Initiator des Projektes sicher. Der Bildungsreferent im BBH hat sich dazu wieder ein umfangreiches Programm einfallen lassen. Neben Besuchen des Klosters Marienstern, der Städte Bautzen oder Görlitz, war es für die Kinder natürlich der "Dinopark" in Kleinwelka, der faszinierte.

Wichtig ist es, gemeinsam etwas zu unternehmen

Olga Nowitschichina nimmt das erste Mal an der Familienfreizeit teil -ihre Aufgabe ist es, den Teilnehmern, die kein Deutsch oder Englisch sprechen, ins Russische zu übersetzen. Teil eines Programms des "Akademischen Austauschdienstes" (AAD), für das sie sich beworben hat. Für Frau Nowitschichina, die an der Technischen Universität in Dresden noch ihren Master-Abschluss ablegen will, war die Familienfreizeit eine besondere Zeit der Begegnung. "Natürlich wäre es besser, wenn man sich in einer Sprache verständigen könnte, wichtiger ist aber, dass wir gemeinsam etwas unternehmen, dass wir uns kennen und verstehen lernen." Nur so könne Europa zusammenwachsen. "Im Gespräch merken wir auch, dass es noch eine Menge Unterschiede gibt." Faszinierend sei es zu erleben, wie schnell sich die Kinder verstehen, auch wenn sie keine gemeinsame Sprache sprechen. "Das Spiel kennt keine Sprachgrenzen", hat Frau Nowitschichina beobachtet.

Rui Wigand aus Fürstenwalde ist mit seiner Familie von Anfang an bei der internationalen Familienfreizeit in Schmochtitz dabei. Vor ein paar Jahren noch hat er das "Euro-Camp" in Schmiedeberg organisiert. "In unserer Familie ging es eigentlich schon immer ,global' zu", erzählt der Vater von zwei Kindern. Er selbst sei als Sohn einer Portugiesin und eines Deutschen in Mosambik geboren. "Mein Onkel lebt in Frankreich, meine Schwester in Amerika." Trotz der Unterschiede zwischen den Völkern, könne man auch viele Gemeinsamkeiten entdecken.

Oft ist man dem anderen näher, als man glaubt

Manchmal sei es gerade, die Verschiedenheit, die die Menschen verbindet. Wigand: "Oft spürt man, dass man dem anderen näher ist als man glaubt."

Dieses Gefühl, dass man sich im Alltag, aber auch im Glauben verbunden weiß, möchte die internationale Familienfreizeit geben. Über die Grenzen, über die Sprachen und Kulturen hinweg.

Dieser Beitrag wurde veröffentlicht in Ausgabe 32 des 57. Jahrgangs (im Jahr 2007).
Aufgenommen in die Online-Ausgabe: Mittwoch, 08.08.2007

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