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Bistum Magdeburg

"Du bist Gott wichtig"

Mädchen und Jungen der Gemeinden des Bistums kamen zu Kinderwallfahrten zusammen

Eindrucksvoll in ihrem mittelalterlichen Gewand: Die heilige Elisabeth (Anna Lisa Müller aus Bernburg, 13) hier mit Mädchen und Jungen aus Köthen, Gröbzig, Mukrena und (!) Dresden auf der Wallfahrtswiese in Bad Schmiedeberg. Foto: Eckhard Pohl Magdeburg - Zu Gottesdienst, Katechese, Gesang und Spiel trafen sich in diesen Tagen rund 1500 Kinder zu ihrer diesjährigen Wallfahrt. Sie stand im Zeichen des 800. Geburtstages der heiligen Elisabeth und unter dem Motto "Hier bist du richtig: Du bist Gott wichtig".

Traditionell fand die Wallfahrt wieder an vier verschiedenen Orten des Bistums statt, um den Kindergruppen die Anreise zu erleichtern, und es den Mädchen und Jungen zu ermöglichen, in einer gewissen Ruhe den Tag erleben zu können. Ob in Bad Schmiedeberg oder auf der Huysburg, in Stendal oder Roßbach, überall waren die Kinder und ihre Begleiter zunächst zur Eucharistiefeier mit Bischof Gerhard Feige eingeladen.

In seiner Predigt bezog sich der Bischof auf das Evangelium vom Zöllner Zachäus, bei dem Jesus zu Gast ist. Zachäus sei -mit heutigen Worten ausgedrückt -ein Abzocker gewesen. Und wie Zachäus würden auch heute Menschen, unter ihnen Kinder, besser dastehen wollen als andere und zwar auf deren Kosten. Für Zachäus ganz unerwartet sei Jesus dennoch bei ihm eingekehrt, so der Bischof. Und Zachäus habe begriffen, dass nur Gott schenken kann, was ein Mensch wirklich braucht: Anerkennung, Geborgenheit, Würde, Liebe.

"Auch wir müssen auf einen Baum steigen"

"Damit auch wir immer wieder unsere Würde entdecken, die Gott jedem von uns schenkt, müssen auch wir immer wieder auf einen Baum steigen", so der Bischof. Dies sei manchmal auch anstrengend, aber dennoch gut. "Zum Beispiel kann man in der Heiligen Schrift lesen, oder sich Zeit zur Stille nehmen und Gott sagen, was einen traurig macht. Oder man kann auf jemanden zugehen, der gemieden oder verachtet ist, und ihm deutlich machen: Auch du bist wer!"

Das Zwischenprogramm war diesmal durch "mittelalterliche Spiele" geprägt. In der abschließenden Andacht wurde wieder ein zum Wallfahrtsthema passendes Stück gezeigt. Mittelpunkt war die heilige Elisabeth, über deren Leben eine Schulklasse ein Theaterstück aufführen will. Für die Schüler wird dabei deutlich: Jeder Mensch ist wertvoll für Gott, an jedem hat er seine Freude. Wichtig sei, Gottes Stimme wahrzunehmen. Denn allein Gott schenkt innere Sicherheit.

Als Zeichen für die Jedem geschenkte Würde zeichneten die Seelsorger und anderen Begleiter am Ende der Wallfahrt den Mädchen und Jungen mit Öl ein Kreuzzeichen in die rechte Hand.

Öl als Zeichen der Würde jedes Einzelnen

Die Mädchen und Jungen der Wallfahrtsband und der Spielgruppe und das feste Team der ehrenamtlichen Helfer gaben wieder ihr Bestes und sorgten so für gelungene Wallfahrtstage. Das Wallfahrtsopfer der Kinder geht an eine Leprastation in Vietnam, wo besonders Kinder von der Krankheit betroffen sind. Von dem Geld werden Lebensmittel, Medikamente und Verbandsmaterial beschafft. 2006 wurden bei der Wallfahrt 1500 Euro für Kinder in Rumänien gesammelt.

Dieser Beitrag wurde veröffentlicht in Ausgabe 30 des 57. Jahrgangs (im Jahr 2007).
Aufgenommen in die Online-Ausgabe: Donnerstag, 26.07.2007

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