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Bistum Görlitz

Montag kommt Elisa wieder

Wie eine Jugendliche in Ihrem Freiwilligen Sozialen Jahr vor allem für das Leben gelernt hat

Ein Jahr lang arbeitete Elisa Fiedler bei der Caritas. Im Umgang mit Menschen hat sie dabei wichtige Erfahrungen gemacht. Foto: Andreas Schuppert Görlitz - Das Freiwillige Soziale Jahr (FSJ) ist eine Chance, seine Fähigkeiten zu testen, sagt Elisa Fiedler (19). Für ein Jahr arbeitete sie in der Caritas- Sozialstation St. Hedwig in Görlitz und will keine Minute davon missen.

Von manch einem wird ihr der Abschied besonders schwerfallen, gibt Elisa unumwunden zu. "Die Zeit ist so schnell vergangen. Wie im Flug", meint sie rückblickend. Doch dafür freut sie sich schon auf ihre nächste Aufgabe -im September beginnt für die Abiturientin die Ausbildung zur Krankenschwester im Görlitzer Klinikum.

Nach der Schule musste es was Praktisches sein

Elisa hatte keine Vorstellung von der Arbeit in einer Sozialstation. "Ich bin durch Bekannte und durch die Arbeitsagentur auf die Möglichkeit des Freiwilligen Sozialen Jahres aufmerksam gemacht worden." Da sie in einem sozialen Beruf arbeiten will, hat sie sich für das FSJ entschieden. "Ich wollte nach zwölf Jahren Schulbankdrücken auch endlich etwas Praktisches machen." Es musste jedoch abwechslungsreich sein und vor allem "mit Menschen" zu tun haben. "Wenn ich dann die Ausbildung beendet habe, sind die Aussichten, auch in dem Beruf arbeiten zu können, ganz gut".

Die Arbeit in der Sozialstation hat ihr dabei geholfen, ihre Berufsentscheidung zu festigen, auch wenn es am Anfang nicht ganz so einfach war. Elisa erinnert sich noch gut daran, wie sie das erste Mal allein auf "Tour" war. Dabei war es nicht so sehr die Arbeit selbst, sondern besonders die Verantwortung, die auf ihr lag. "Habe ich an alles gedacht oder irgend etwas vergessen? Es stand niemand mehr daneben, der mich hätte korrigieren können." Aber für Elisa war gerade das ein wichtiger Prozess. "Ich glaube, ich bin selbstsicherer und selbstbewusster geworden."

Für Georg Janovsky, zwölf Jahre lang bis 2002 Bundestagsabgeordneter, ist der Dienst des Freiwilligen Sozialen Jahres besonders wertvoll. Seine 93-jährige Mutter wurde in Görlitz von Elisa betreut. "Die beiden hatten mit der Zeit ein besonderes Verhältnis entwickelt. Wenn das Mädchen mal nicht da war und ich meiner Mutter sagte ,Montag kommt Elisa wieder' hat sie sich schon auf sie gefreut." Janovsky schätzt das Engagement der jungen Leute, die bemüht sind, sich für die Betreuten Zeit zu nehmen. "Es kommt nicht nur auf die gute Pflege, sondern auch auf die Zuwendung an", ist der frühere Politiker überzeugt. Die FSJler seien deshalb vor allem für die Sozialstationen ein Gewinn. "Der Nachteil ist, dass sie wieder gehen. Aber ich bin mir sicher, dass es danach wieder eine Elisa gibt." Für die angehende Krankenschwester hat sich jedenfalls der Dienst in der Sozialstation St. Hedwig gelohnt, auch wenn sie jetzt ein wenig traurig weggeht.

Bessere Chancen bei der Bewerbung

Jahr nur weiterempfehlen. Es ist eine Chance, sich auszuprobieren, es ist spannend und abwechslungsreich." Zudem hätten junge Leute bessere Chancen bei der Bewerbung. Ein dickes Lob hat sie für ihre Kollegen in der Sozialstation, die sie von Anfang an aufgenommen und wie eine von ihnen behandelt haben. Elisa ist sich sicher, dass das FSJ prägend für ihr weiteres Leben sein wird, schon wegen der Menschen, die sie in dieser Zeit getroffen hat.


Informationen
Kontakt bei der Caritas in Cottbus, Tel. (03 55) - 3 80 65 17.
Dieser Beitrag wurde veröffentlicht in Ausgabe 29 des 57. Jahrgangs (im Jahr 2007).
Aufgenommen in die Online-Ausgabe: Mittwoch, 18.07.2007

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