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Bistum Erfurt

Wer war Elisabeth?

In Eisenach versuchen die Landesausstellung und ein Musical Antworten

Eisenach - Elisabeth ist nicht nur das Thema der Thüringer Landesausstellung in Eisenach, sondern auch eines Musicals, das bis September im Theater der Stadt zu sehen ist.

Wer war Elisabeth von Thüringen, deren Bild vom Rosenwunder und den romantischen Gemälden des Moritz von Schwind auf der Wartburg bestimmt wird, wirklich? Wer Antworten sucht, dem sei ein Besuch in Eisenach empfohlen. Denn dort sind zwei Antwortversuche zu erleben: die Thüringer Landesausstellung "Elisabeth vom Thüringen -eine europäische Heilige" und das Musical "Elisabeth -die Legende einer Heiligen". Zwar ist die Art der Auseinandersetzung mit Elisabeth und ihrem Leben sowie mit ihrer Verehrungsgeschichte durch acht Jahrhunderte verschieden, doch geht es Ausstellung und Bühnenstück darum, ein möglichst authentisches Bild einer der bedeutendsten Frauengestalten des Mittelalters zu zeichnen und danach zu fragen, welche Bedeutung Elisabeth heute haben kann.

Die Ausstellung auf der Wartburg und in der Predigerkirche ist nach Angaben ihres wissenschaftlichen Leiters Matthias Werner (Universität Jena) nicht nur im Elisabeth-Jahr international die einzige große Ausstellung über die Heilige. "Eine solche Ausstellung hat es bislang noch nicht gegeben." Gezeigt werden 430 Exponate von 220 Leihgebern aus 16 Ländern. Darunter sind Bücher, die Elisabeth in der Hand gehalten, und Gewänder, die sie getragen haben soll. Fast alles sind Originale, nur wenige Stücke, die aufgrund ihres Zustandes oder ihrer Bedeutung nicht nach Eisenach gebracht werden konnten, sind als digitale Reproduktion zu sehen.

Die Ausstellung zeigt das Leben Elisabeths am authentischen Ort, der Wartburg. Dabei wird sie als Kind ihrer Zeit und als einzigartige Persönlichkeit dargestellt. Der schon vier Jahre nach ihrem Tod erfolgten Heiligsprechung und der Verehrung als Vorbild für soziales Engagement bis in die Gegenwart sind weitere Teile gewidmet. Bei der Darstellung der Biografie ging es den Ausstellungsmachern (Wartburg-Stiftung und Universität Jena) um historische Authentizität. Dem diente unter anderem ein wissenschaftlicher Kongress im Vorfeld.

Ganz anders die Herangehensweise des Musicals. Mit einem zwar sparsamen Bühnenbild dafür aber um so aufwändigeren Kostümen, einer spektakulären Choreographien, atemberaubenden Licht- und Klangeffekten erzählt die Spotlight-Musicalproduktion aus dem hessischen Künzell die Geschichte Elisabeths in einer Mischung aus Rock, Pop, Klassik und mittelalterlicher Musik.

Die Rahmenhandlung bildet ein Streit zwischen den Minnesängern Wolfram von Eschenbach und Walter von der Vogelweide, ob Elisabeths Geschichte wahrheitsgetreu oder in dichterischer Freiheit erzählt werden soll. Dabei gelingt es, die Vielschichtigkeit der Biografie Elisabeths aufzuzeigen: angefangen von dem sich einsam fühlenden, gerade aus Ungarn kommenden Kind, über ihre große Liebe zu Ludwig und den Zorn des Hofstaates, den sie durch ihr soziales Engagement auf sich zieht, bis hin zu denen, die sie später zum Spielball ihrer Interessen machen wollen. Ganz nebenbei vermittelt das Musical Erkentnisse historischer Forschung über Elisabeth und ihre Zeit und thematisiert zutiefst religiöse Fragen.


Informationen

Infos bei der Tourismus Eisenach GmbH telefonisch unter 0 36 91 / 7 92 30 und im Internet unter www.eisenach.de

Dieser Beitrag wurde veröffentlicht in Ausgabe 28 des 57. Jahrgangs (im Jahr 2007).
Aufgenommen in die Online-Ausgabe: Sonntag, 15.07.2007

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