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Bistum Magdeburg

Den Himmel aufschließen

"Neugetaufte" des Bistums tauschten im Kloster Helfta Glaubenserfahrungen aus

Zum Abschluss des Neugetauftentages feierten alle Teilnehmer in der Helftaer Klosterkirche die Eucharistie. Zur Tauferneuerung zündeten sich die 'jungen' Christen an der Osterkerze ein Licht an. Foto: Uwe Naumann Helfta (Lutherstadt Eisleben) - Die in den letzten Jahren getauften Erwachsenen des Bistums waren am vergangenen Sonnabend ins Zisterzienserinnenkloster Helfta eingeladen, um sich über ihre persönlichen Glaubenswege und Erfahrungen in ihrer Gemeinde auszutauschen.

Zu Beginn des Neugetauftentages führte Äbtissin Assumpta Schenkl durch die Klosteranlage und sprach über "das Kloster Helfta als Ort der Gotteserfahrung". Der Magdeburger Pfarrer Christian Vornewald berichtete anschließend über seine "persönlichen Gotteserfahrungen zu Rad auf dem Weg nach Santiago de Campostela und nach Jerusalem" -zwei Pilgerreisen, zu denen die Neugetauften, ihre Paten und Verwandten "noch interessantere Dinge hörten, als Kerkeling in seinem Buch hat", lobte der Desssauer Propst Gerhard Nachtwei, "weil sie geistlich tiefer sind".

Durch den Glauben ruhiger und gelassener

An Vornewalds Pilgerfahrt ins Heilige Land bewundert Diana Hanewinkel aus Halle besonders das unglaubliche Gottvertrauen des Seelsorgers, der selten wusste, wohin der Weg ihn führt und wo er nächtigen kann. Zwar sei auch sie durch ihren stetig gewachsenen Glauben ruhiger und gelassener geworden, sagt die im vergangenen Jahr getaufte 33-Jährige, "aber das wäre nichts für mich". Zur katholischen Kirche hat die Mutter zweier Kinder über ihren Mann Martin gefunden. Als er nach einem Umzug vor fünf Jahren in Halle eine Einladung seiner neuen katholischen Gemeinde erhielt, "bin ich einfach mal mitgegangen", so die atheistisch erzogene Frau. "Wir wurden mit offenen Armen empfangen."

Ähnliche Erfahrungen mit der Gemeinde hatte auch Gundolf Bohne aus Wolfen gemacht. Der 62-Jährige, der seit 40 Jahren mit seiner Frau Hannelore katholisch verheiratet ist und jetzt zum katholischen Glauben konvertierte, sei "in der Gemeinde sehr gut aufgenommen" worden. "Durch die Gemeinschaft habe ich ein noch tieferes Verhältnis zu Gott", sagt der als Kind evangelisch Getaufte, und durch sein öffentliches Glaubensbekenntnis sei er nun "noch gläubiger geworden".

Dankbar für die Begegnung der Neugetauften

In der Gesprächsrunde mit Propst Nachtwei äußerten die knapp 30 Gäste ihre Freude darüber, dass es diese Zusammenkunft der Neugetauften überhaupt gibt. Diana Hanewinkel zum Beispiel fand diesen Tag "gut und interessant", weil es ihr die Möglichkeit zum Gespräch mit anderen kürzlich getauften Erwachsenen bot und das an einem ihr bislang unbekannten geistlichen Ort. Auch der 2006 getauften Karin Kaie, die schon im vergangenen Jahr an diesem Treffen auf der Huysburg teilnahm, ist der Kontakt zu anderen Neugetauften wichtig. Die in der Nähe von Blankenburg wohnende 38-Jährige hofft, dass dieser Neugetauftentag weiterhin stattfindet und sie dabei sein kann.

In der abschließenden Messe mit den Zisterzienserinnen gab Gerhard Nachtwei seiner Hoffnung Ausdruck, dass die Neugetauften in ihrem Glauben weiter wachsen und zu "Schlüsselfiguren" für andere werden. "Sie haben den Schlüssel zum Himmel", rief der Propst nicht nur die Neugetauften auf, anderen von ihrem Glauben zu erzählen, um auch ihnen den Himmel zu öffnen.

Dieser Beitrag wurde veröffentlicht in Ausgabe 27 des 57. Jahrgangs (im Jahr 2007).
Aufgenommen in die Online-Ausgabe: Sonntag, 08.07.2007

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