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Aus der Region

Mechthild-Jahr in Sachsen-Anhalt

Zahlreiche Veranstaltungen sollen mit Mechthild von Magdeburg bekannt machen

Magdeburg (ep)- Mit einem Gedenkjahr soll ab 7. September in Sachsen-Anhalt an die vor rund 800 Jahren geborene Mechthild von Magdeburg erinnert werden. Die Lotto-Toto-Gesellschaft Sachsen-Anhalt unterstützt das Projekt des Bistums Magdeburg mit 40 000 Euro.

2007 jährt sich zum 800. Mal der Geburtstag der großen Mystikerin und Schriftstellerin des Mittelalters, Mechthild von Magdeburg (um 1207 -1282/1293). Das Bistum Magdeburg begeht das Jubiläum vom 7. September an mit einem "Mechthild-Jahr", um an die Poetin, Begine und begnadete Ordensfrau zu erinnern.

Mechthild wird auf einer Burg in der Umgebung von Magdeburg geboren. Sie führt jedoch von Jugendjahren an ein asketisches, aber auch selbstbewusstes und sozial engagiertes geistliches Leben. Heute ist sie in ihrer Heimat fast vergessen.

Lotto-Toto Sachsen-Anhalt gehört zu den Förderern der Veranstaltungen des Mechthild-Jubiläums. Geschäftsführer Wolfgang Angenendt überreichte am 25. Juni dem Projektleiter des Mechthild-Jahres, Ordinariatsrat Ulrich Lieb, einen Scheck über 40 000 Euro für die dreitägige Auftaktveranstaltung vom 7. bis 9. September. Diese ist als großes Stadt- und Volksfest konzipiert. Zudem ist eine Theaterinszenierung vorgesehen. Im Laufe des Jahres sind Ausstellungen, Konzerte, Lesungen und Vorträge geplant. So soll in Magdeburg die älteste vorhandene Abschrift (15. Jahrhundert) des von Mechthild in Niederdeutsch verfassten Werkes "Das fließende Licht der Gottheit" gezeigt werden. Nach Angaben der Projektleitung soll das Mechthild-Jahr bewusst im allgemeinen öffentlichen Raum stattfinden. Darüber hinaus wird es geistliche Angebote im Kloster Helfta geben, wo Mechthild ihre letzten Lebensjahre verbrachte.

"Mechthild von Magdeburg ist es wert, wieder entdeckt zu werden", sagte der Lotto-Geschäftsführer. "Sie ist für unsere Generation weit über ihre religiöse Rolle hinaus ein Vorbild, was ihr soziales Verantwortungsgefühl, ihren selbstlosen Einsatz für Arme und Kranke sowie ihren Mut zur Kritik an sozial ungerechten Umständen betrifft. Ihr Leben lehrt uns zeitlose Tugenden und Werte, die es den Menschen von heute am Beispiel der Mechthild zu vermitteln gilt."

Mechthild lebte etwa 40 Jahre als Begine in Magdeburg. Mit ungefähr 20 Jahren hatte sie sich der Armutsbewegung angeschlossen. Bis heute bekannt ist sie durch ihre über Jahre entstandenen Texte "Das fließende Licht der Gottheit". Mit der in der Volkssprache verfassten Schrift erregte sie Anstoß beim hohen Klerus. Und sie nahm Anstoß an den ungerechten Verhältnissen in ihrer Zeit. Geschwächt von Anfeindungen und Krankheit zog sie sich um 1270 ins Kloster Helfta zurück, wo sie mit den beiden anderen hochbegabten Schriftstellerinnen und Mystikerinnen Mechthild von Hackeborn und Gertrud der Großen von Helfta zusammenlebte, bis sie 1282 (vielleicht erst 1293) starb.


Zusätzliche Informationen

www.mechthild-von-magdeburg.de

Dieser Beitrag wurde veröffentlicht in Ausgabe 27 des 57. Jahrgangs (im Jahr 2007).
Aufgenommen in die Online-Ausgabe: Sonntag, 08.07.2007

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