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Aus der Region

Freude mit Wachstumspotenzial

Große Anteilnahme an der Bischofsweihe von Dr. Konrad Zdarsa in Görlitz

Gäste von nah und fern nutzten nach dem Weihegottesdienst die Gelegenheit, dem neuen Bischof zu gratulieren: Dr. Konrad Zdarsa mit dem Hoyerswerdaer Diakon Bernhard Matko. Fotos: Dorothee Wanzek Görlitz - "Das persönliche Glaubenszeugnis des neu geweihten Bischofs hat mich sehr berührt." Ähnlich wie diese Görlitzer Mutter äußerten sich viele Gläubige, die am 23. Juni in der Görlitzer Kathedrale die Bischofsweihe von Dr. Konrad Zdarsa miterlebt hatten.

In den letzten Wochen sei er immer wieder gefragt worden "Haben Sie sich gefreut, als Sie von Ihrer Ernennung erfahren haben?", erzählte der ehemalige Dresdner Generalvikar Konrad Zdarsa am Ende des Weihegottesdienstes. Ihm sei es ähnlich gegangen wie den Hirten, denen die Weihnachtsbotschaft verkündet wurde, gab er zu. Wie sie habe er erst einmal jemanden gebraucht, der ihm sagte: "Fürchte dich nicht!" Die Freude, die von Gott kommt, sei aber nachhaltiger und habe ein größeres Wachstumspotenzial als rein menschliche Freude, sagte der neue Bischof.

Eine zweite Frage, die in keinem der Interviews fehlte, die Zdarsa vor seiner Weihe gab, war die nach seinem Programm. Ein Wort aus der Tageslesung, die bei seinem ersten Besuch im Görlitzer Ordinariat gerade dran war, solle Programm für seinen Bischofsdienst sein: "Denn ich hatte mich entschlossen, bei euch nichts zu wissen außer Jesus Christus, und zwar als den Gekreuzigten" (1 Kor 2, 2). Insbesondere in der persönlichen Begegnung mit Menschen wolle er ihn suchen.

Grußwortredner wiesen im Anschuss an den Gottesdienst wiederholt auf die Brückenfunktion des Bistums Görlitz nach Polen hin, die Zdarsa künftig im Blick behalten muss. Der sächsische Landtagspräsident Erich Iltgen erinnerte beispielsweise an den gemeinsamen Einsatz für die umstrittene Dresdner Waldschlösschenbrücke und schloss scherzhaft mit den Worten: "Hier in Görlitz dürfen Sie Brücken bauen!" In Glückwünschen aus allen Teilen des Bistums sicherten Katholiken dem neuen Bischof ihre Mitarbeit zu. Mancher gab bereits einen dezenten Hinweis auf anstehende Arbeit oder auf drängende Termine wie die Anfang Juli anstehende Kinderwallfahrt. Es gab aber auch Stimmen wie die von Medardus Eckert aus dem Diözesanvorstand des Bundes der Deutschen Katholischen Jugend: "Ich habe ausdrücklich keine Erwartungen an Bischof Konrad. Mit Erwartungen setzt man einander nur unter Druck."

Unter den Gästen waren auch zahlreiche Weggefährten aus dem Bistum Dresden-Meißen. Arnold Skarupke zum Beispiel, der in den 60er Jahren gemeinsam mit Konrad Zdarsa in den Barkas-Werken Hainichen gearbeitet hat und seinen Weg seither aus der Ferne verfolgt. Der ehemalige Kollege hat noch die geheimnisvollen Worte im Ohr, mit denen sich Zdarsa verabschiedet hatte, als er die Priesterausbildung begann: "Was ich vorhabe, werdet ihr später verstehen."

Dieser Beitrag wurde veröffentlicht in Ausgabe 26 des 57. Jahrgangs (im Jahr 2007).
Aufgenommen in die Online-Ausgabe: Donnerstag, 28.06.2007

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