Jetzt 4 Wochen kostenfrei Tag des Herrn lesen!
Aus der Region

Das Ende der Wartezeit

Konrad Zdarsa in Görlitz zum Bischof geweiht

Das Haupt des Erwählten wird mit Chrisamöl gesalbt. Damit kommt zum Ausdruck, dass der Bischof in besonderer Weise Christus, dem Gesalbten, ähnlich ist, an seinem Hohenpriestertum teil hat und zum Heilsdienst in der Kirche berufen ist. Foto: Andreas Schuppert Görlitz - Konrad Zdarsa (63) ist neuer Bischof des Bistums Görlitz. Der frühere Generalvikar in Dresden wurde am 23. Juni von Erzbischof Georg Kardinal Sterzinsky geweiht und in sein Amt eingeführt.

Mit so vielen Teilnehmern haben die Veranstalter nicht gerechnet. Rund 1400 Gläubige wollten in dieser Stunde dem Erwählten nahe sein. Über 20 Bischöfe aus Polen, Tschechien und Deutschland waren gekommen, darunter der Apostolische Nuntius in Deutschland, Erzbischof Erwin Josef Ender sowie der Vorsitzende der Deutschen Bischofskonferenz, Karl Kardinal Lehmann -dazu Angehörige, Freunde, Wegbegleiter und viele, die ihn einfach kennen lernen wollten. Konrad Zdarsa ist der zweite Bischof des Bistums Görlitz nach der Bistumserhebung der Apostolischen Administratur im Jahre 1994. Der promovierte Kirchenrechtler ist am 24. April von Papst Benedikt XVI. zum Bischof von Görlitz ernannt worden. Als Zdarsa von Georg Kardinal Sterzinsky und dem bisherigen Diözesanadministrator Hubertus Zomack zu seinem Bischofsstuhl, der Kathedra, geleitet wird, brandet Beifall auf. Ein Jahr lang hatten die Christen in der Görlitzer Diaspora darauf gewartet.

Sterzinsky warnt vor zu hohen Erwartungen

Dennoch tritt Zdarsa kein leichtes Amt an. Görlitz ist das mit 32 000 Katholiken kleinste deutsche Bistum, das sich jedoch auf eine Fläche von knapp 9700 Quadratkilometern erstreckt. Die Region leidet unter dem Bevölkerungsschwund durch Überalterung und Abwanderung. In seiner Predigt warnte Kardinal Sterzinsky dann auch vor zu hohen Erwartungen. Ein Bischof müsse manchmal Entscheidungen treffen, die zum Gehorsam aufrufen. "Er darf darauf vertrauen, dass Gläubige ihre persönlichen Vorlieben zurückstellen und darauf vertrauen, was gilt", sagte Sterzinsky. Dennoch könne ein Bischof "nicht einfach nur anordnen", sondern sei auch immer auf die Bereitschaft zur Mitarbeit angewiesen.

Dass der neue Bischof nun eine "schwierige Aufgabe als Diasporabischof" antrete, betonte auch der Apostolische Nuntius in Deutschland, Erzbischof Erwin Josef Ender. Jetzt gelte es, dieses Amt zu gestalten. Ender hatte zuvor dem Domkapitel die Ernennungsurkunde von Papst Benedikt XVI. überreicht, die von Dompropst Peter C. Birkner verlesen wurde.

In seiner Ansprache hob Kardinal Lehmann die Brückenfunktion des Bistums Görlitz nach Polen und Tschechien hervor. "Das kleine Bistum Görlitz ist die lebendige Erinnerung an das ehemals deutsche Erzbistum Breslau und hält die Erinnerung an diese fruchtbare und große Kirche wach."

Gründung des Bistums war Zukunftsentscheidung

Auch wenn es vor 15 Jahren keine leichte Entscheidung gewesen sei, ein eigenes Bistum Görlitz zu gründen, habe sich diese Entscheidung doch als richtig und zukunftsträchtig erwiesen. Bischof Konrad Zdarsa empfindet an diesem Tag vor allem Dank, Dank für "alles, was wir uns nicht selbst gegeben, sondern von Gott geschenkt bekommen haben."

Dieser Beitrag wurde veröffentlicht in Ausgabe 26 des 57. Jahrgangs (im Jahr 2007).
Aufgenommen in die Online-Ausgabe: Donnerstag, 28.06.2007

Aktuelle Buchtipps