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Bistum Erfurt

Ein Essen für zwei

Suppenküchen-Aktion der Erfurter Caritas auf dem Bahnhofsplatz

Thüringens Sozialminister Klaus Zeh und Bischof Joachim Wanke teilen Suppe aus. Foto: Uwe Naumnan Erfurt - Unter dem Motto "1 x essen macht 2 x satt" haben prominente Kirchenvertreter und Politiker im Vorfeld des Caritastages am vergangenen Wochenende Suppe zugunsten der Obdachlosenarbeit im Bistum Erfurt verkauft.

Wie ein Teller Suppe zwei Leute satt machen kann, zeigte die Caritas am 15. Juni auf dem Erfurter Bahnhofsplatz mit ihrer Suppenküche. Für 2,50 Euro konnte jeder einen Teller Erbsensuppe kaufen, wobei die eine Hälfte des Geldes die tatsächlichen Kosten der Suppe abdeckte, die andere Hälfte aber der Suppenküche der Caritas in der Erfurter Regierungsstraße zugute kam. Und damit möglichst viele Menschen von dieser besonderen Erbsensuppe probierten, nahmen unter anderem der Erfurter Bischof Joachim Wanke und Thüringens Sozialminister Klaus Zeh (CDU) die Suppenkelle in die Hand, um die warme Mahlzeit auszuteilen.

"Wir sind auf Einrichtungen wie die Suppenküche angewiesen", gab Sozialminister Zeh zu, denn ohne sie könne der Staat die Aufgaben der Grundsicherung im Sozialsystem nicht bewältigen. Gleichzeitig hob der CDU-Politiker die Bedeutung des Ehrenamtes hervor. Auch Bischof Wanke würdigte die Arbeit der etwa 1000 Helfer im Bistum, die in rund 80 Gruppen organisiert seien. Ohne die zahlreichen Freiwilligen wäre die Arbeit der Suppenküche so nicht möglich, pflichtete ihm die Leiterin der sozialen Einrichtung, Schwester Karola Maria bei. Sie erhielt aus den Händen des Sozialministers für den Tagestreff der Caritas einen Scheck über 5000 Euro aus Lottomitteln, der für die Renovierung des Hauses eingesetzt werden soll.

"Es ist wichtig, dass diese soziale Problematik sichtbar gemacht wird", freute sich die Schwester über den öffentlichkeitswirksamen Auftritt der Suppenküche an diesem Tag. "Es sind fast alle Leute hier, die sonst auch in den Tagestreff kommen", blickte die einzige Vollzeitbeschäftigte der Einrichtung über den gut besuchten Bahnhofsplatz. "Heute sind sie das Thema, sonst nicht."

Auch bei den Suppe löffelnden Gästen kam die Gemeinschaftsaktion der Caritas mit dem Christophoruswerk, den Maltesern, dem Kreuzbund und zahlreichen Mitwirkenden beim Rahmenprogramm gut an. "Es zeigt, dass Leuten mit Problemen geholfen wird und ist ihnen gegenüber ein Stück Achtung", meinte Hubert Maicher, der im katholischen Altenund Pflegeheim "Karolinenstift" arbeitet.

Die Popsängerin Christina Rommel, die mit dem Erfurter Gebärdenchor auftrat, rief in diesem Sinne die Menschen auf, "den Blick für andere zu öffnen". Elisabeth könne hier als Vorbild dienen, sagte Caritasdirektor Bruno Heller, denn auch sie habe Bedürftigen geholfen und sie gespeist. So überraschte es nicht, dass auf der Bühne ein Elisabethspiel von Menschen aus dem Tagestreff aufgeführt wurde, die Berufsschülerinnen der Elisabethschule Erfurt in einem Lied, dem "Elisabeth-Rap", über die Heilige reimten und die von Bettina Schröter verkörperte Elisabeth mit ihrem Gefolge unter den Gästen Rosen verteilte.

Auch bei den täglichen Gästen der Suppenküche, die an diesem Tag vor den Bahnhof kamen, schien die Caritas-Aktion anzukommen. "Ich freue mich, dass hier mal etwas nur für uns gemacht wird", sagte eine Erfurterin, die sonst jeden Nachmittag den Tagestreff besuche. "Für mich ist der Tagestreff sehr wichtig, denn hier finde ich Freunde und es ist wie mein zweites Zuhause."

Dieser Beitrag wurde veröffentlicht in Ausgabe 25 des 57. Jahrgangs (im Jahr 2007).
Aufgenommen in die Online-Ausgabe: Donnerstag, 21.06.2007

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