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Bistum Dresden-Meißen

Kein Luxus für sensible Seelchen

Steigendes Interesse an Exerzitien in Hoheneichen -Abschied von Pater Christoph Kentrup SJ

Freunde des Exerzitien- und Bildungshauses feierten am 8. Juni mit Pater Christoph Kentrup SJ einen Abschiedsgottesdienst. Foto: Elisabeth Meuser Dresden - Im Rahmen des "Festes der Freunde" des Exerzitien- und Bildungshauses Hoheneichen ist der langjährige Leiter, Jesuitenpater Christoph Kentrup, verabschiedet worden.

Nach 13 Jahren in Dresden wird Christoph Kentrup ab Mitte August Spiritual am Germanicum in Rom. Er wird dort Priesteramtskandidaten aus 13 europäischen Ländern geistlich begleiten. Unter anderem wird er den Dresdner Marco Hubrig (25) treffen, der nach vier Semestern Studium in Erfurt ab August in Rom Theologie studieren und im Germanicum wohnen wird.

Dankbar blickt Pater Kentrup auf die Jahre in Dresden zurück. Anfangs sei ein Fremdheitsgefühl vorherrschend gewesen, bekennt der Rheinländer, und er habe sich, als er so kurz nach der Wende nach Dresden kam, gefragt: "Wie kann ich die Menschen hier überhaupt verstehen bei den so verschiedenen Lebensgeschichten?" Gut in Erinnerung ist ihm die schmerzliche Erfahrung, dieselbe Sprache zu sprechen -und einander dennoch nicht zu verstehen.

Immer wieder konnte er die eigene Erfahrung jedoch aus der biblischen Erzählung von der Brotvermehrung heraus deuten, sagte er in seiner Predigt am 8. Juni: "Jesus nimmt das, was wir haben, in die Hand, verwandelt es wie die fünf Brote und die zwei Fische und teilt es aus. Und es bleiben zwölf Körbe voll übrig". Heute erfülle ihn Dankbarkeit darüber, was alles gewachsen sei: Beziehungen, Freundschaften -und auch das Reich Gottes habe sich, wenn auch in anderem Tempo als erwartet, entwickelt. Dem Haus Hoheneichen wünscht er, "dass es gut und lebendig weitergeht und neue Ideen sich entfalten".

Bei einem Empfang dankte Bischof Joachim Reinelt Pater Christoph Kentrup und dem Jesuitenorden für ihren Dienst im Bistum Dresden-Meißen und insbesondere für die Exerzitienarbeit im Haus Hoheneichen. Jesuitenprovinzial Stefan Dartmann erinnerte daran, dass es für die Freunde Jesu nach dessen eigener Aussage darum gehe, das zu tun, was er ihnen aufträgt. Geistliche Einkehr sei "kein Luxus für zart besaitete Seelchen". Sie habe das Ziel, Christen dazu befähigen, das zu tun, was Gott ihnen auftrage", so Dartmann.

Bei einem Festakt am 9. Juni wurde Kentrups Nachfolger Pater Markus Franz SJ eingeführt. Er lebt seit 1999 im Haus Hoheneichen und will hier Bewährtes fortsetzen. Die Zahl der Kursteilnehmer habe in den vergangenen Jahren derart zugenommen, dass im Jahr 2006 Kapazitätsgrenzen erreicht wurden, sagte er während der Veranstaltung. Einen Höhepunkt des Tages bildete der Festvortrag der Dresdner Professorin Hanna-Barbara Gerl-Falkovitz. Unter dem Thema "Vom Aufbruch zum Namenlosen und vom Finden des Namens" sprach sie über Gotteserfahrungen in biblischer Zeit bis heute und über die Erfahrung der Ferne Gottes. Sie plädierte dafür, das Hören des Wortes einzuüben.

Von Christoph Kentrup übernimmt Markus Franz auch die Aufgabe als Kirchlicher Assistent der Gemeinschaft Christlichen Lebens. Diese Übergabe hatte bereits am 3. Juni stattgefunden.

Dieser Beitrag wurde veröffentlicht in Ausgabe 24 des 57. Jahrgangs (im Jahr 2007).
Aufgenommen in die Online-Ausgabe: Donnerstag, 14.06.2007

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