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Bistum Görlitz

Akzeptanz des Anders-Seins

kfd: Frauen können der Kirche nützlicher sein / Neues Projekt gestartet

Irmtraud Kobisch begleitet ein Projekt, das die Rolle der Frauen in der Kirche stärken soll.

Cottbus (tdh) - Die Katholische Frauengemeinschaft Deutschlands (kfd) will mit einem neuen Projekt die Rolle der Frau in der Kirche stärken. Bei der Diözesanversammlung des Verbandes am 12. Mai begann die erste Phase.

Irmtraud Kobisch will nicht alles umkrempeln, ein Revoluzzer-Typ ist sie schon gar nicht. Die frühere kfd-Diözesanvorsitzende in Essen ist aber eifrig bei der Sache, wenn es darum geht, ausgetretene Pfade zu verlassen und Neues auszuprobieren. Am 12. Mai war sie bei der Diözesanversammlung der kfd im Bistum Görlitz im Cottbuser St.-Johannes- Haus zu Gast -um Freundinnen zu treffen, vor allem aber, um den Startschuss für ein bundesweit laufendes Projekt zu geben, wie Frauen Kirche in Zukunft aktiver mitgestalten können.

Denn für Frau Kobisch ist klar -Frauen wollen und können mehr in der Kirche tun, werden aber oft nicht gelassen. "Dabei geht es nicht darum, über die Weiheämter zu diskutieren", stellt sie gegenüber den Skeptikern klar. Es gelte vielmehr, die Fähigkeiten von Frauen zu entdecken und sie für das Leben in der Kirche, in den Gemeinden fruchtbar zu machen. Wie das Ganze ausgeht, darauf ist Frau Kobisch, die mit dem neuen Projekt in der ganzen Bundesrepublik unterwegs ist, selbst gespannt.

Unter dem Motto "Charismen leben -Kirche sein" soll das Projekt in drei Stufen vollzogen werden. Der auf mehrere Jahre angelegte "Bewusstseinsbildungs- Prozess" folgt dem Dreischritt "Sehen -Urteilen -Handeln". In der ersten Prozessphase sollen Frauen angeregt werden, sich ihrer Charismen, das heißt, den von Gott geschenkten Gaben und Fähigkeiten, bewusst zu werden.

Frauen fällt es oft schwer, ihre eigenen Fähigkeiten und Talente zu sehen, diese zu würdigen und sie auch in Worte zu fassen. Hierbei stoßen sie aber auch an Grenzen. Es gibt persönliche, aber auch institutionelle und strukturelle Grenzen, die unüberwindbar erscheinen. Frau Kobusch: "Alle Christen sind aber dazu berufen , ihre Charismen zu entdecken und zu leben" Anregungen für den Bewusstseinsbildungs- Prozess bieten die kostenlose Broschüre mit dem Titel "EinSichten -AusBlicke" und ein Begleitheft für Multiplikatorinnen. Das Begleitheft enthält wichtige theologische Hintergrundinformationen und viele methodische Vorschläge zur Gruppenarbeit mit Frauen.

Nach der ersten Phase werden zwei wissenschaftliche Untersuchungen durchgeführt. Mit Hilfe eines Erhebungsbogens wird die Reflexion und Bewusstseinsbildung angefragt. Danach wollen die Frauen mit allen Veranwortlichen ins Gespräch kommen: Bischöfen, Priestern, Mitarbeitern in der Pastoral. Nur gemeinsam, so Frau Kobisch, geht es. Im Bistum Görlitz wurde jetzt der Anfang gemacht. "Welche Gaben habe ich? Welche Gaben und Fähigkeiten von Frauen braucht die Kirche? Was hat es mir schwer gemacht, meine Gaben zu leben?", waren die Fragen, auf die die Teilnehmerinnen an der Diözesanversammlung eine Antwort geben sollten. Die Kirche braucht die "Akzeptanz des Andersseins" von Frauen, hat jemand ganz oben auf dem Zettel stehen.

Dieser Beitrag wurde veröffentlicht in Ausgabe 0 des 57. Jahrgangs (im Jahr 2007).
Aufgenommen in die Online-Ausgabe: Donnerstag, 24.05.2007

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