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Bistum Erfurt

Es kommt auf die Liebe an

Frauenwallfahrt zum Kerbschen Berg -Bischof Wanke für Kleinstkindbetreuung im Elternhaus

Die Erfurter Bischöfe und Mitglieder des Domkapitels waren zur Frauenwallfahrt gekommen. Im Bild bei der Begrüßung. Foto: Holger Jakobi

Kerbscher Berg - Zirka 2000 Frauen nahmen an der diesjährigen Frauenwallfahrt zum Kerbschen Berg bei Dingelstädt teil. Sie stand unter dem Motto "Eli-schäba -Mein Gott ist Lebensfülle.

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Mein Gott ist Lebensfülle, so kann man den hebräischen Namen Eli-schäba (Elisabeth) ins Deutsche übersetzen", betonte Bischof Joachim Wanke in seiner Predigt im Festgottesdienst zur diesjährigen Frauenwallfahrt am 20. Mai. Wanke sagte mit Blick auf die im Johannes-Evangelium angesprochene Verwandlung von Wasser zu Wein in Kana: Gott ist Fülle, er ist Leben, er ist Freude und seliges Schenken ohne Rückversicherung, ohne Angst sich zu verausgaben." Dabei erinnerte der Bischof an die heilige Elisabeth, die aus eben dieser Fülle lebte. Er sagte: "In Elisabeth steht uns eine Existenz vor Augen, die in mancher Hinsicht unbegreiflich, aber doch so anziehend und durchweg sympatisch ist."

Elisabeths Leben habe zudem eindringlich gezeigt, dass es auf die Liebe ankomme. Joachim Wanke: "Wenn das stimmt, und nichts anderes sagt uns die Heilige Schrift vom Weg zum Leben, dann kann es nicht anders sein. ...Dann muss ich mich loslassen. Dann kann ich Unrecht und Lieblosigkeit nicht mehr mit gleicher Münze zurückzahlen. Dann muss ich ein anderer Mensch werden."

    Mütter bedürfen wirklicher Unterstützung

Bischof Joachim Wanke stellte an den Schluss seiner Predigt noch einige Worte zur aktuellen Diskussion zum Thema Kleinkinderziehung. Er sagte, dass derjenige, der sein Kind liebt, ihm mütterliche und väterliche Zuwendung und Nähe schenken möchte, so gut er nur kann. Und für das Kind gäbe es gerade in den ersten Lebensjahren nichts besseres als die Nähe der Mutter, der Eltern. Wanke betonte: "Mütter, die ihre Kinder zu Hause erziehen wollen und können, bedürfen einer wirklichen, auch finanziellen Unterstützung durch Staat und Gesellschaft. Es geht nicht an, berufstätige junge Mütter zum Normalfall zu erklären, wobei ich weiß, dass viele Frauen darauf angewiesen sind, baldmöglichst wieder arbeiten zu können. Kleinstkindbetreuung ja, aber nicht mit dem Geld, das man Familien wegnimmt, in denen Mütter -und vielleicht auch mal der Vater -bewusst eine Zeit lang bei ihren Kindern bleiben wollen."

Nach dem Gottesdienst waren die Wallfahrerinnen und Wallfahrer zu verschiedenen Zwischenveranstaltungen eingeladen. So zu Kinderliedern auf der Bühne und zum Elisabethstück, das von Bewohnern des St. Johannesstiftes Ershausen aufgeführt wurde.

    Anfangen, damit die Welt heller wird

Zur Wallfahrtsstunde, die den Tag beschloss, gab es wieder das traditionelle Anspiel. Dargestellt wurden zwei junge Leute, die einerseits vom Elisabeth-Jahr nichts mehr hören können, andererseits aber vom Wunsch getragen sind, es so wie Elisabeth zu tun. Erste Versuche schlagen fehl, die beiden lernen und schließlich gelingt es ihnen, die Menschen froh zu machen. Ihr Fazit: "Wenn alle, die heute hier sind, damit beginnen, dann wird die Welt heller."

Dieser Beitrag wurde veröffentlicht in Ausgabe 0 des 57. Jahrgangs (im Jahr 2007).
Aufgenommen in die Online-Ausgabe: Donnerstag, 24.05.2007

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