Jetzt 4 Wochen kostenfrei Tag des Herrn lesen!
Aus der Region

Verantwortung übernehmen

Katholiken in Wirtschaft und Verwaltung kamen zur Bundesverbandstagung in Erfurt zusammen

Will neue Mitglieder. Bundesvorsitzender Krapp. Foto: Andreas Schuppert

Erfurt (tdh) - Die katholischen Verbände haben Nachwuchssorgen. Die Katholiken in Wirtschaft und Verwaltung (KKV) wollen deshalb verstärkt um neue Mitglieder werben.

"Menschenwürde ohne Wenn und Aber -Konsequenzen für den Alltag" stand als Leitthema über dem 84. Bundesverbandstag der Katholiken in Wirtschaft und Verwaltung (KKV) am vergangenen Wochenende in Erfurt. Die rund 250 Delegierten -insgesamt knapp 500 Teilnehmer -verabschiedeten die Erfurter Erklärung, in der sich der katholische Sozialverband für die uneingeschränkte Einhaltung der Menschenrechte einsetzt. Auch wenn der Begriff der Menschenwürde unscharf sei, wie der Geistliche Beirat des Diözesanverbandes Freiburg, Professor Franz Enz, in seinem einführenden Vortrag sagte. Sie sei unveräußerlich und gelte jedem. Menschenwürde dürfe zudem nicht mit Selbstbestimmung gleichgesetzt werden. "Zur Menschenwürde gehört es, Verantwortung für sich, sein eigenes Leben und für seine Mitmenschen zu tragen", heißt es in der Erfurter Erklärung. Auch der thüringische Ministerpräsident Dieter Althaus (CDU) sprach zu den Tagungsteilnehmern zum Thema. Den "KKVern", wie sie sich selbst nennen, drückt der Schuh besonders bei den Mitgliedern. In den letzten zwei Jahren sind die Zahlen weiter gesunken. Zudem fehlen junge Leute. Fast 62 Prozent der bundesweit rund 8200 Mitglieder sind vor 1940 geboren.

Der Bundesvorsitzende Clemens- August Krapp, seit zwei Jahren im Amt, setzt deshalb auf eine stärkere Mitgliederwerbung. Dazu hat er an die Teilnehmer des Bundesverbandstages einen Brief geschrieben, in dem er dieses Anliegen noch einmal bekräftigte -Anmeldeformular inklusive. In einer Gesellschaft und einer Kirche mit nicht mehr überschaubaren Angeboten muss sich ein Verband wie der KKV in der Tat deutlich positionieren. Für Krapp gehört dazu nicht nur ein öfffentliches Bekenntnis des Glaubens, sondern auch politisches Engagement. Generell gelte für den KKV: Den Schwächsten in der Gesellschaft zu helfen und ihre Eigenverantwortung zu stärken. Der Verband will sich in Zukunft außerdem für evangelische Christen öffnen. Er versteht sich nicht als Berufsverband, sondern als ein christliches Forum der gesellschaftlichen Mitte. Positiv hat sich das Verbandsleben in den ostdeutschen Bistümern entwickelt. Neben den bisherigen Ortsverbänden Erfurt, Görlitz und Leipzig wurde unlängst auch ein Ortsverband in Berlin gegründet, der sich dem Regionalverband Ost angeschlossen hat. Mit dem Tag des Herrn- Redakteur Andreas Schuppert ist auch ein Vertreter aus dem Osten wieder in den Bundesvorstand gewählt worden.

Dieser Beitrag wurde veröffentlicht in Ausgabe 0 des 57. Jahrgangs (im Jahr 2007).
Aufgenommen in die Online-Ausgabe: Donnerstag, 24.05.2007

Aktuelle Buchtipps