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Bistum Erfurt

Barmherzigkeit braucht Lobby

Elisabeth-Tag für Ehrenamtliche – Bischof Joachim Wanke dankte für Engagement

Von Elisabeth begeistert: Die Theatergruppe des St. Johannes- Stiftes in Ershausen führte zum Abschluss des Elisabeth-Tages ihr Stück auf, das das Leben der Heiligen modern und lebensfroh vermittelt. Foto: Holger Jakobi

Heiligenstadt - Zirka 150 Caritashelferinnen und Caritashelfer trafen sich am 6. Mai zum Elisabeth-Tag im Marcel-Callo- Haus Heiligenstadt. Verbunden damit ist der Dank der Diözesancaritas für die vielen Stunden geleisteter Hilfe.

"Barmherzigkeit braucht eine Lobby. Und diese Lobby seid ihr", betonte Bischof Joachim Wanke in seiner Predigt zu Beginn des Tages in der Heiligenstädter Propsteikirche St. Marien. Weiter wies der Bischof darauf hin, dass die moderene Gesellschaft Barmherzigkeit im Alltag benötigt. Wobei die Zuwendung zu den Schwachen in der Gesellschaft ein sichtbares Zeichen des Glaubens sei. Wanke dankte allen Ehrenamtlichen, die sich in den Gemeinden in vielfacher Weise in Sachen Caritas engagieren und damit diese Zeichen setzen.

Bischof Wanke erinnerte zudem an den Pastoraltag des Bistums, bei dem es um die Stärkung der karitativen Arbeit in den Gemeinden ging. Er berichtet von den Anregungen der Caritas-Teams und von der Idee, die soziale Lage vor Ort einmal im Jahr bewusst in den Blick zu nehmen. Dass die Gemeinde dorthin blickt, wo die Not ist und nach Lösungen suchen kann.

Nach dem Gottesdienst informierte der Erfurter Kirchenhistoriker, Prof. Josef Pilvousek über das Leben und Wirken der heiligen Elisabeth, die Patronin der Caritas und des Bistums ist. An Elisabeth erinnerte auch die Theatergruppe des St. Johannesstiftes in Ershausen. Eindrucksvoll machten die behinderten Frauen und Männer deutlich, dass jeden irgendwann ein Makel treffen kann, der ihn zu einem Ausgestoßenen macht. Deutlich wurde zudem ihre Begeisterung für das Vorbild der heiligen Elisabeth, die alle mitriss. Allerdings scheuten die Ershausener nicht vor Kritik zurück: Die Kreuzzüge, in die Elisabeths Ehemann zog, benannten sie als Handel gegen Gottes Gebot. Und im Schlusslied wünschten sie sich unter anderem eine Kirche, die ganz an der Seite der Schwachen steht und Politiker, die dem Frieden wahrhaft dienen.

Da das Caritas-Jahresthema in diesem Jahr unter dem Motto "Mach dich stark für starke Kinder" steht, wurde im zweiten Teil des Tages das Projekt Elterntraining "Starke Eltern" vorgestellt, dass jungen Eltern in der Erziehung helfen soll. Claudia Fiedler, die beim Deutschen Kinderschutzbund eine Fortbildung zu diesem Kurs machte, hob hervor, dass es wichtig ist, wenn die Eltern klare Werte haben. Werte, die letztlich zu Selbstvertrauen und zu möglichen Konfliktlösunen in der Familie beitragen können.

Für die Villa Lampe, einer Jugendeinrichtung mit soziokulturellen Angeboten für Kinder und Jugendliche trat deren Leiter Thomas Holzborn an das Mikrofon. Er verwies darauf, dass die Angebote der Villa für junge Leute im ganzen Landkreis Eichsfeld offen sind und bis in die Dörfer reichen. Und nach Möglichkeit bringen sich die jungen Leute auch immer wieder in die Pastoral ein, indem sie beispielsweise Gottesdienste musikalisch gestalten helfen. Holzborn sprach aber auch Probleme an, so die Sparzwänge, aber auch die Themen Verwahrlosung und Kindesmissbrauch. So wurde speziell ein Sorgentelefon und ein Kinder- und Jugendschutzdienst ins Leben gerufen.

Dieser Beitrag wurde veröffentlicht in Ausgabe 0 des 57. Jahrgangs (im Jahr 2007).
Aufgenommen in die Online-Ausgabe: Donnerstag, 17.05.2007

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