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"Wir spielen Volleyball oder quatschen: Das fetzt"

Aktiv in der Kirche: Paul Schulz und Sebastian Langner

Paul Schulz (l.) und Sebastian Langner Lübbenau (kh) - "Wenn wir in den Ferien abends nicht wissen wo hin, holen wir uns den Schlüssel und setzen uns ins Gemeindehaus", sagt Paul Schulz. Der 17-Jährige ist ebenso wie Sebastian Langner seit drei Jahren Jugendsprecher der katholischen Gemeinde in Lübbenau.
Zunächst bestand die Jugend dort nur aus einem Stamm von vier bis fünf Leuten. Doch als im Herbst 1998 die neuen Achtklässler hinzukamen, wuchs die Truppe schnell. Inzwischen hat sie längst Mannschaftsstärke erreicht: Rund 20 Jungen und Mädchen kommen regelmäßig zu den Treffen am Freitagabend. Sogar in den Schulferien, wenn eigentlich gar keine Jugendstunde stattfindet, sind es noch um die zehn. "Im Sommer treffen wir uns oft schon um drei oder vier Uhr, spielen Volleyball oder sitzen einfach nur da und quatschen", berichtet Paul. Und er fügt hinzu: "Das fetzt schon."
Alle zwei Wochen ist eine thematische Jugendstunde vorgesehen. Schließlich wurde der Religionsunterricht, der früher am Montagabend stattfand, in die Zusammenkünfte am Freitag integriert. Die Gestaltung dieser Abende haben bisher Pfarrer Arnold Schwarz oder auswärtige Gäste übernommen. Zum Beispiel besuchten Jugendseelsorger Bosco Marschner, BDKJ-Vorsitzende Beate Steige und Andrea Kaschula von der Don-Bosco-Jugend Görlitz die Lübbenauer Pfarrjugend. Besonders beeindruckt hat Paul ein Vortrag im Juni dieses Jahres: Dabei sprach ein Mann über seine Erfahrungen in Internierungslagern der sowjetischen Besatzungsmacht. Am darauffolgenden Samstag fuhren die Jugendlichen nach Hohenschönhausen und besichtigten das dortige Stasi-Gefängnis.

Ein weiteres Highlight war vor zwei Jahren die Ferienfahrt nach Polen mit Stationen in Breslau, Tschenstochau und Auschwitz. Die beiden Jugendsprecher denken deshalb darüber nach, für das kommende Jahr eine ähnliche Reise zu organisieren. Dann möchten sie auf jeden Fall Krakau besichtigen, "weil wir das 1999 nicht geschafft haben".

Zu einer regelmäßigen Einrichtung ist für die Lübbenauer Jugend die Jahresabschlussfeier im Sommer geworden, diesmal mit Beach-Volleyball-Turnier und Übernachtung im Gemeindehaus. "Dieses Jahr hat's richtig gut geklappt", freut sich Paul über die gelungene Zusammenarbeit der Jugendlichen. "Wir hatten für halb neun Uhr aufräumen angesetzt. Als die letzten um 8.20 Uhr aufstanden, war der Großteil schon erledigt." Tradition ist mittlerweile auch das Verzieren von Osterkerzen in der Fastenzeit. Neu waren in diesem Jahr jedoch die beiden Frühschoppen mit alkoholfreien Fruchtsaftcocktails, zu denen die Gemeindemitglieder an zwei Sonntagen eingeladen wurden. Rund 300 Mark brachten die jungen Leute durch den Verkauf der Kerzen und Getränke für ihr Fastenopfer zusammen.

Abgesehen von kulinarischen Genüssen servieren einige der Jugendlichen den Pfarrangehörigen auch musikalische Leckerbissen, wenn sie im Gottesdienst oder bei Geburtstagsfeiern Flöte spielen. Ein Dutzend Jungen und Mädchen gehören zurzeit zur Flötengruppe, die Paul seit zwei Jahren leitet. Außerdem vertritt er die Jugend im Pfarrgemeinderat und macht sich dort für ihre Belange stark, zum Beispiel für einen größeren Jugendraum und einen eigenen Volleyballplatz. Spielen können sie aber auch vorher schon, denn das Netz hat, wie Paul erklärt, Pfarrer Schwarz gesponsert.

Dieser Beitrag wurde veröffentlicht in Ausgabe 33 des 51. Jahrgangs (im Jahr 2001).
Aufgenommen in die Online-Ausgabe: Freitag, 31.08.2001

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