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Bistum Dresden-Meißen

Kirche, die nach vorn geht

50 Jahre Pfarrei Heilig Kreuz in Wechselburg

Mit den Benediktinern eng verbunden: Bischof Joachim Reinelt lässt eine eliquie des heiligen Benedikt in den Altar ein. Fotos: Holger Jakobi

Wechselburg - Das beinahe 1000-jährige Wechselburg ist Sitz einer der jüngsten Pfarreien des Bistums Dresden- Meißen. Am 1. Oktober 1957 bestätigte Bischof Otto Spülbeck die Ernennung. Jetzt wurde zusammen mit Bischof Joachim Reinelt gefeiert.

Gelebte Gastfreundschaft, die ökumenische Jugend oder die zweimal im Jahr stattfindenden Gemeindegespräche sind nur drei Kennzeichen, welche die Wechselburger Gemeinde Heilig Kreuz auszeichnen. Wie Pfarrgemeinderatsvorsitzender Andreas Scheiner sagt, ist Wechselburg als Wallfahrtsort Ziel vieler Besucher. Viele bringen sich aktiv in die Gestaltung des Sonntagsgottesdienstes ein, sei es der Männergesangsverein oder der evangelische Posaunenchor. Und mit Blick auf die Gemeindegespräche betont Scheiner, dass sie eine gute Möglichkeit sind, alle Belange der Gemeinde auf den Tisch packen und gemeinsam nach Lösungen zu suchen. Ein Beispiel ist das jüngst erschienene Infoblatt, das alle neu zugezogenen Katholiken begrüßt und mit Wissenswertem versorgt. Zudem komme es bei den Gesprächen darauf an, Wege zu finden, wie sich der Einzelne am besten in das Gemeindeleben einbringen kann.

Beispielsweise beim Projekt Pfarrchronik. Andreas Scheiner: "Im Vorfeld des Jubiläums haben wir gemerkt, wie wichtig eine Chronik ist. Alle sind eingeladen, ihre Erinnerungen und Fotos beizusteuern." Federführend für das Chronik-Projekt ist Daniela Nifke, die im benachbarten Benediktinerkloster als Sekretärin arbeitet. Zum Pfarrjubiläum konnten sie und ihre Mitstreiter erste Ergebnisse in Form von Schautafeln präsentieren. Groß war bei vielen das Erstaunen, als sie plötzlich Onkel oder die eigenen Eltern im Foto als Kommunionkinder erkannten. Aber auch nachdenkliche Töne fanden ihren Ausdruck, so beispielsweise die Sorge, was aus der Kirche im zu Wechselburg gehörenden Penig wird. Die dort lebenden katholischen Christen sind in die Jahre gekommen, junge Leute gibt es kaum. Das von Pater Ansgar ermittelte Durchschnittsalter der Jubiläumsgäste in Wechselburg gab weniger Anlass zur Sorge. Es lag bei zirka 52 Jahren, also noch weit vor dem Rentenalter.

Höhepunkt des Jubiläumstages war der feierliche Gottesdienst mit Bischof Joachim Reinelt aus Dresden. In seiner Predigt dankte er unter anderem den Benediktinern, die seit 1993 in Wechselburg leben. Joachim Reinelt benannte die Gemeinde und das Kloster als Brücke zu den Menschen der Region. Er zeigte sich überzeugt davon, dass Kirche hier und heute eine Kirche der Ausgesandten ist, eine Kirche die nach vorn geht. Als ein Beispiel auf diesem Weg verwies der Bischof auf die heilige Elisabeth, deren 800. Geburtstag in diesem Jahr gefeiert wird. Elisabeth habe die Liebe Gottes so erfahren, dass sich ihr ganzes Leben verwandelte. Elisabeth, so der Bischof, war in und für Gott ganz frei und konnte so die erfahrene Liebe weiterschenken. Diese Freiheit wünschte Joachim Reinelt der Gemeinde und ihren Gästen. Mit Blick auf das Rosenwunder der Heiligen sagte er: "Wenn du liebst, wirst auch du eines Tages spüren, dass du Rosen in den Armen hälst." Zusammenfassend erinnerte der Bischof an ein Wort von Papst Benedikt, der sagte: "Wer nicht Gott gibt, der gibt immer zu wenig."

Die Wechselburger Pfarrgemeinde erstreckt sich heute über ein weites Gebiet von Rochlitz bis Penig, von Wiederau über Burgstädt bis nach Hartmannsdorf vor der Toren der Stadt Chemnitz. Der Sitz der Pfarrei ist Wechselburg mit der romanischen Stiftskirche. Nach der Reformation unter anderem als Stall genutzt, wurde das Gotteshaus im 19. Jahrhundert Schlosskirche der katholisch gewordenen Grafen von Schönburg. 1948 wurde die Basilika Wallfahrtskirche des Bistums Dresden-Meißen und schließlich 1957 Pfarrkirche.

Dieser Beitrag wurde veröffentlicht in Ausgabe 0 des 57. Jahrgangs (im Jahr 2007).
Aufgenommen in die Online-Ausgabe: Samstag, 12.05.2007

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