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Bistum Görlitz

"Beten Sie für das Heilige Land"

KKV-Themenabend: Diözesanadministrator berichtete über die Israelreise der deutschen Bischöfe

Die Reise der deutschen Bischöfe war vor allem geistlich geprägt. Diözesanadministrator Zomack (zweite Reihe, Zweiter von links) feierte mit ihnen einen Gottesdienst in der Jerusalemer Grabeskirche. Foto: kna-Bild

Görlitz - Nirgends auf der Welt prallen die Kulturen so aufeinander. Der Ständige Rat der Deutschen Bischofskonferenz -die Diözesanbischöfe und Diözesanadministratoren, unter ihnen Prälat Hubertus Zomack -besuchte vom 26. Februar bis 4. März das Heilige Land.

Wer heute an Israel und Palästina denkt, hat vor allem die Bilder von Terror und Krieg im Kopf, von politischen Verhandlungen, die in die Sackgasse geraten sind, und verhinderten UN-Resolutionen. "Die Situation ist verfahren", ist auch der Eindruck von Diözesanadministrator Zomack, der am 27. April beim Themenabend der Katholiken in Wirtschaft und Verwaltung (KKV) im Pfarrhaus der Heilig-Kreuz-Gemeinde in Görlitz über die Reise der deutschen Bischöfe berichtete.

    Zuallererst eine Pilgerreise

Das Ereignis hatte politische Brisanz. Dennoch, so Zomack, war es zuallererst eine Pilgerreise. Die Bischöfe und ihre Begleiter besuchten die heiligen Stätten, trafen sich mit den Christen, beteten zusammen und feierten Gottesdienste. Im Heiligen Land unterwegs zu sein, bedeutet, auf den Spuren Jesu zu wandeln -eine Wallfahrt, die in der vorösterlichen Bußzeit durch geistliches Tun geprägt war.

Vor der politischen Situation in der Region kann jedoch niemand die Augen verschließen. Ein Besuch in der Jerusalemer Gedenkstätte Yad Vashem erinnerte die Bischöfe an die leidvolle Geschichte des jüdischen Volkes, daran, dass die Vernichtung menschlich möglich ist und deshalb in der Erinnerung bleiben muss. Die aktuellen Spannungen sind den Besuchern überall präsent. Das Wort zweier Bischöfe von der Ghettoisierung der Palästinenser durch die Israelis hat nach den Worten Zomacks in der deutschen Öffentlichkeit hohe Wellen geschlagen. Doch lasse sich die Wirklichkeit der arabischen Minderheit im Heiligen Land nicht wegdiskutieren: Mauern und Stacheldraht, 60 Prozent Arbeitslosigkeit, kaum Perspektiven für junge Menschen -dazu tägliche Gängeleien und großes Misstrauen auf beiden Seiten.

    Es geht um lebenswichtige Ressourcen

Ein "wunderschöner Blick" von den Golanhöhen auf den See Genesareth kann das tägliche Leid für einen Augenblick vergessen machen, aber nicht aus der Welt schaffen. Gerade der Golan, eigentlich zu Syrien gehörig, macht deutlich: Längst geht es bei den Auseinandersetzungen im Heiligen Land nicht mehr nur um die religiösen Stätten, sondern um lebenswichtige Ressourcen wie das Wasser. Wo soll das alles hinführen? Wieder in den Krieg, irgendwann in den Völkermord oder doch in den seit fast sechs Jahrzehnten ersehnten Frieden? "Beten Sie für das Heilige Land", schließt Prälat Zomack seinen Vortrag, "nicht nur für die Christen, sondern für alle, die auf der Suche nach dem Frieden sind."

Dieser Beitrag wurde veröffentlicht in Ausgabe 0 des 57. Jahrgangs (im Jahr 2007).
Aufgenommen in die Online-Ausgabe: Samstag, 05.05.2007

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