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Bistum Erfurt

"Der Glaube wird Schlagzeilen machen"

Die Expo-Kirche wurde in Volkenroda wieder eingeweiht

Die Expo-Kirche steht jetzt in Volkenroda Volkenroda (as) - Von Hannover nach Volkenroda: Der Christuspavillon der Expo steht jetzt in Thüringen, auf dem Gelände eines ehemaligen Zisterzienserklosters. Mit einem "Fest der Kirche" soll er dort am 18. August wieder eingeweiht werden. Nicht nur für die in Volkenroda lebende evangelische Jesus-Bruderschaft und für die Kommunität des Klosters hat der neue Standort der Expo-Kirche eine besondere Bedeutung: Eine ganze Region feiert die Wiedereinweihung.
"Der Glaube an Christus wird in Zukunft wieder Schlagzeilen machen", sagte der evangelische Oberkirchenrat Stefan Große vor Journalisten. Durch die Einweihung des Christuspavillons werde Gott wieder in Erinnerung gerufen. Und das gerade in einem Land, wo viele "Menschen vergessen, dass sie Gott vergessen haben." Aufgabe der Expo-Kirche sei es, ein "Kurhaus für die Seele zu werden", so der Theologe. Bischof Joachim Wanke wird bei der Eröffnung den Segen spenden.
Noch sind die Bauarbeiten rund um den Pavillon im Gange. Rund 400 Handwerker und Bauarbeiter haben nach Angaben des Klosters seit November 2000 am Umzug und Wiederaufbau der 800 Tonnen schweren Glas-Stahl Konstruktion mitgewirkt. Das Gebäude besteht aus 2000 Teile. Beim gesamten Bauwerk wurden neuartige Verbindungstechniken verwendet, die eine schnelle Montage ermöglichten. Die 17 Meter hohe Stahlkonstruktion wurde auf neun Säulen errichtet. Mit 5,5 Millionen Mark haben die Evangelische Kirche in Deutschland (EKD) und die Evangelisch-lutherische Landeskirche Hannover den Großteil der Gesamtkosten von 9,7 Millionen Mark aufgebracht. Die katholische Kirche steuerte eine Million, der Freistaat Thüringen 1,3 Millionen Mark bei. Sponsoren und Spender sicherten die Finanzierung des Umzugs und den Wiederaufbau.

Wer den Pavillon von der Expo kennt, wird einige Veränderungen bemerken. Die Kabinette rings um den Kirchenraum sind vom Künstler Andreas Felger neu gestaltet worden. "Die Kabinette erinnern mit ihrer Anordnung sowohl an die Tradition der Chorkapellen als auch an Räume, die an einen Kreuzgang angeschlossen sind", erläutert der Kunsthistoriker Frank G. Zehneder. Sie seien von der Lage und Gestaltung her der persönlichen Andacht und Frömmigkeit gewidmet. Dieser Aufgabe entspreche die Gestaltung von Andreas Felger, der alle Kabinette farbig gefasst habe, sich aber bei der Ausstattung auf wenige Objekte reduziert habe. "Der Maler", so Zehneder "hat Christus-Worte aus dem Johannes-Evangelium oder dem Römer-Brief zur Grundlage seiner künstlerischen Gestaltung gewählt." Mit der Farbgebung gehe eine Dramaturgie einher. Auch wenn diese Räume keine direkte Erzählung repäsentierten, sprechen sie eindringlich zum Betrachter. Die Christuskirche des Pavillons habe nur leichte Veränderungen erfahren, allerdings sei die Krypta nicht mitgewandert, ebenso wie das glänzende Holzkreuz

"Mit dem Aufbau des Christus-Pavillons in Volkenroda erleben wir einen Höhepunkt, der über die Region hinaus strahlt", sagte der Thüringer Landesbischof Roland Hoffmann. Bei vielen Besuchern liege hinter dem Interesse am Aufbau der Gebäude und an der Geschichte des Ortes ein tieferes Fragen und persönliches Suchen nach Gott.

Der Pavillon will den Menschen den christlichen Glauben mit allen Sinnen nahe bringen. Das Angebot reicht von Führungen über Tageszeitgebete, Meditationen, Wallfahrten bis hin zu Großveranstaltungen. So biete die Expo-Kirche in Zukunft ein breites Spektrum von Nutzungsmöglichkeiten, die ihn in der Region verankern sollen und als offenes Haus für viele Menschen erlebbar werden soll.

Ein buntes Programm erwartet die Besucher bei der Eröffnung: Neben dem Gottesdienst findet parallel ein Kindergottesdienst in der Klosterkirche statt. Ein Unterhaltungsprogramm mit Vereinen aus der Region sorgen ebenso wie ein Kinderprogramm für Abwechslung. Für die Jugendlichen gibt es Video-Clips und eine Talkrunde mit Prominenten. Informationsstände sind rund um das ehemalige Kloster aufgebaut.

Dieser Beitrag wurde veröffentlicht in Ausgabe 33 des 51. Jahrgangs (im Jahr 2001).
Aufgenommen in die Online-Ausgabe: Freitag, 31.08.2001

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