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Aus der Region

Mit dem Zelt zu den Menschen:

Kirche auf der Bundesgartenschau

Zusammen engagiert für das Kirchenzelt: Georg Mummert, Irena Welle, Dekan Klaus Schreiter, Pfarrer Mathias Rüß, Oberpfarrer i. R. Roland Geipel und Roland Mirtschink (von links nach rechts) bei den Vorbereitungen für den Fernsehgottesdienst. Foto: Matthias Holluba

Gera (mh) - Bei der Bundesgartenschau (Buga) in ihrer Stadt sind die Christen in Gera dabei: mit ihrem Kirchenzelt.

Georg Mummert findet es sehr gut, dass die Kirchen bei der Bundesgartenschau in Gera mitmachen. Deshalb hat sich der Rentner, der zur katholischen St. Elisabeth-Gemeinden gehört, bereit erklärt, als Ehrenamtlicher bei der Betreuung des Kirchenzeltes mitzuhelfen. "Wir wollen die Besucher über das Kirchenzelt, die Veranstaltungen und über die heilige Elisabeth, die Patronin des Projektes, informieren. Bei uns gibt es Informationsmaterial, und wir sind Ansprechpartner für alle Fragen", beschreibt er seine Aufgabe, die er allerdings bisher -vor seinem ersten Einsatz -nur theoretisch kennt.

Insgesamt gibt es etwa 200 ehrenamtliche Helfer. Zu ihnen gehört auch Irena Welle. Sie will helfen, dass die Einladung der Kirchen an die Buga-Besucher ankommt. "Wir Christen wollen zeigen, dass wir da sind", sagt sie. Dieses kirchliche Engagement war nicht ganz ohne Diskussionen möglich. Nur wenige hundert Meter vom Buga- Kirchenzelt entfernt befindet sich -außerhalb des Ausstellungsgeländes -die Marienkirche. "Warum macht ihr eure Angebote nicht dort?", wurden die Verantwortlichen zu Beginn der Planungen oft gefragt. Doch für den katholischen Dekan Klaus Schreiter und seinen evangelischen Mitstreiter Oberpfarrer i. R. Roland Geipel war das keine Frage: "Wir wollen als Kirche zu den Menschen gehen. Und deshalb haben wir uns diesen Standort erstritten." Die Gestaltung des kirchlichen Pavilllons in Anlehnung an ein Beduinenzelt soll das auch verdeutlichen: "Das Zelt zeigt, dass Kirche nicht irgendwo ein fester Ort ist, sondern dass Kirche unterwegs ist und zu den Menschen geht", sagt Roland Mirtschik, der technische Leiter.

Die Überlegungen für das kirchliche Engagement auf der Buga begannen schon vor sechs Jahren. "Wir Christen sehen die Natur als Gottes Schöpfung. Über die Schönheit und Bewahrung der Natur haben wir vieles zu sagen", fasst Dekan Schreiter die Motivation für die Beteiligung zusammen und fand damit auch beim Bonifatiouswerk der deutschen Katholiken Gehör, das das Projekt unterstützt.

Das Wort Mission benutzen alle

Beteiligten im Zusammenhang mit dem Kirchenzelt nur vorsichtig, doch: "Wir wären dumm, wenn wir diese Gelegenheit nicht nutzen würden", sagt der evangelische Pfarrer Mathias Rüß, der wie die Katholikin Catrin Ripka Projektverantwortlicher ist. Angelockt werden die Vorübergehenden durch die Bilder an den Zeltwänden. Sie sind in verschiedenen Malwettbewerben entstanden und setzen sich mit biblischen Themen wie der Schöpfung und der heiligen Elisabeth auseinander.

In den nun noch verbleibenden etwa 165 Tagen wird es zahlreiche Veranstaltungen geben: Jeden Tag um 12 Uhr ist Mittagsgebet. Andachten und Gottesdienste werden angeboten, ebenso Gesprächskreise, Austellungen und kirchenmusikalische Veranstaltungen. Insgesamt sind über 10 000 Akteure aus der ostthüringischen Region beteiligt, sagt Pfarrer Geipel.

Zu den Höhepunkte gehören am 13. Mai von 9 bis 18 Uhr das katholische Bistums-Jugendchor- Treffen Dresden-Meißen und am 2. Juni von 9 bis 17 Uhr ein ökumenischer Begegnungstag mit geistig Behinderten. Einige Großveranstaltungen werden auch an anderen Orten stattfinden: So gibt es auf der Amerikawiese im Gessental einen ökumenischen Gottesdienst zu Christi Himmelfahrt. Ein evangelisches Posaunenchortreffen findet am 1. Juli im Stadion und das katholische Chortreffen Mitteldeutschlands am 22. September im Veranstaltungsoval statt. Zum katholischen Elisabethfest am 8. Juli in Ronneburg kommen auch der Dresdner Bischof Joachim Reinelt und Bischof Joachim Wanke aus dem Nachbarbistum Erfurt.

Dieser Beitrag wurde veröffentlicht in Ausgabe 0 des 57. Jahrgangs (im Jahr 2007).
Aufgenommen in die Online-Ausgabe: Samstag, 05.05.2007

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