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Bistum Görlitz

Die Zukunft kann beginnen

Görlitz feierte die Eröffnung der Woche für das Leben mit einem großen Familientag

Willkommen in der Zukunft: Mit dem Familientag wollte Görlitz zeigen, dass es ein Herz für Kinder hat.

Görlitz - Der soziale Frieden in der Gesellschaft hängt davon ab, ob Kinder willkommen sind. Nicht nur Christen warben am 21. April in Görlitz für ein Umdenken.

"Kinder, unsere Hoffnung und Freude" steht in großen Buchstaben an der Bühne auf dem Görlitzer Wilhelmsplatz geschrieben. Die Organisatoren des Familientages zur Eröffnung der Woche für das Leben geben damit die Richtung an. "Dies muss ein Anliegen aller Menschen in unserem Land sein", sagt Gabriele Kretschmer, die die Aktion ins Leben gerufen hat. Mit dabei sind deshalb nicht nur die evangelischen und katholischen Gemeinden der Stadt oder die christlichen Sozialverbände, sondern zahlreiche Institutionen, die Stadt, Unternehmen, Medien -und natürlich viele Kinder.

Einige von ihnen empfangen die Besucher mit einem Informationsstand an der großen Bühne. Hier erfährt man, was gerade läuft und was noch angeboten wird. Geduldig beantworten Bernardus Pommerenck und Silviana Ursu alle Fragen. "Wir wollen zeigen, wie wichtig Kinder sind", sagt Bernardus. "Ohne Kinder wird es keine Zukunft geben. Darüber sollen die Leute nachdenken", ergänzt Silviana. Aber nicht nur Erwachsene sollen darauf aufmerksam gemacht werden, dass das "Ja" zu Kindern lebensnotwendig ist. "Auch die Kinder selbst müssen etwas dafür tun, damit ihre Anliegen Aufmerksamkeit finden", ist Kaplan Marko Dutzschke, der die Veranstaltung federführend mit vorbereitet hat, überzeugt.

Dass Kinder ernst genommen werden wollen, hat besonders der Görlitzer Kulturbürgermeister Ulf Großmann (CDU) beim "Kinderparlament" erfahren. Mit einer professionellen Tagesordnung machten die kleinen "Abgeordneten" Vorschläge, wie die Stadt kinderfreundlicher gestaltet werden kann. Um die Sanierung von Spielplätzen geht es da zum Beispiel, um eine neue Schwimmhalle, um bezahlbare Freizeitangebote für Familien oder um eine saubere Stadt. Dabei nehmen die Mädchen und Jungen kein Blatt vor den Mund: "Ich finde es nicht gut, wenn in Görlitz so viele Bäume gefällt werden", sagt jemand. Für jeden Baum, der umgehauen wird, sollte ein neuer gepflanzt werden. Großmann äußert Verständnis und verspricht, die "Beschlüsse" der Kinder mit in den Stadtrat zu nehmen.

Kevin Kudack und Norman Richter sind im Zelt des Malteser Hilfsdienstes (MHD) zu finden, wo sich alles um gesundes Essen dreht. Aus Bananen, Äpfeln und Trauben zaubern die Kinder leckere Salate. Kevin und Norman wissen, dass Obst und Gemüse Vitamine enthalten, die besonders für Kinder wichtig sind. Die Malteser wollen damit zur Gesundheitserziehung beitragen, denn die "Krankheiten fangen beim Essen an", meint MHD-Geschäftsführer Bernd Schmuck.

Am Nachmittag füllt sich der Wilhelmsplatz zusehends, Oberbürgermeister Joachim Paulick (CDU) ist gekommen und wird von den Kindern mit einem großen "Hallo" begrüßt. Bei der Aktion "1000 Herzen für Görlitz" versammeln sich alle Kinder mit rot gefärbten Händen, um dem Oberbürgermeister zuzuwinken. Der wird in einem Kran nach oben gefahren und kann von dort alles überblicken. "Görlitz hat ein großes Herz für Kinder."

Gabriele Kretschmer freut sich besonders darüber, dass viele nicht christliche Organisationen und Vereine mitmachen. Die Polizei veranstaltet einen Fahrradkorso rund um den Wilhelmsplatz, die Feuerwehr ist ebenso dabei wie das Deutsche Rote Kreuz oder Sportvereine. Eine Kinderakademie zum Thema heimische Tiere hält der Leiter des Naturkundemuseums, Professor Willi Xylander. Mit einem Shuttle werden die Besucher zum Klinikum gefahren, um dort eine Führung durch das Krankenhaus zu erleben. Viele Kinder verkaufen mit ihren Eltern ausgediente Spielsachen auf dem Trödelmarkt -ein Teil des Erlöses spenden sie für die "Clownstunde" im Klinikum. Zehn Gaststätten bieten zudem in den frühen Abendstunden ein "familienfreundliches Abendbrot" an. Die Botschaft der Woche für das Leben scheint angekommen zu sein -in Görlitz kann die Zukunft beginnen.

Dieser Beitrag wurde veröffentlicht in Ausgabe 0 des 57. Jahrgangs (im Jahr 2007).
Aufgenommen in die Online-Ausgabe: Sonntag, 29.04.2007

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