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Bistum Erfurt

Sich ein Stück zu Hause fühlen

In den Gebäuden der Pfarrei St. Bonifatius in Leinefelde wurde ein Mehrgenerationenhaus eröffnet

Diözesancaritasdirektor Bruno Heller (Mitte) beim Besuch der Kleiderkammer, die mit dem Sozialkaufhaus zusammengelegt wurde. Weiter im Bild (von links): Koordinator Konrad Alert, Regioleiter Jürgen Wagner und Caritasreferent Thomas Müller. Leinefelde - Bischof Joachim Wanke eröffnete am 14. April das Mehrgenerationenhaus in Leinefelde. Das von der Caritas getragene Projekt ist eines von zukünftig zirka 440 Einrichtungen, die deutschlandweit Anlaufstellen bei Problemen und bei der Freizeitgestaltung für Jung und Alt sein werden.

Die Pfarrgemeinde St. Bonifatius in Leinefelde-Süd wird aufgelöst. Zurück bleiben nicht nur die Kirche sondern zahlreiche Räumlichkeiten. In Zusammenarbeit mit dem Bistum Erfurt gelang es dem Diözesancaritasverband und der Caritasregionalstelle Eichsfeld- Nordthüringen ein neues Konzept für die Anlage zu entwerfen. Beheimatet wird hier nicht nur die Caritas-Regionalstelle sondern auch ihr neues Projekt Mehrgenerationenhaus. Die Caritas erhielt Anfang des Jahres den Zuschlag des Bundesministeriums für Familien unter der Leitung von Ministerin Ursula von der Leyen. Verbunden ist damit für einen Zeitraum von fünf Jahren eine jährliche Förderung in Höhe von 40 000 Euro.

Gegenseitiger Austausch von Jung und Alt

Ein Mehrgenerationenhaus bietet für Menschen aller Lebensalter Raum. Hier können sie sich ungezwungen bewegen, hier ist Raum zur Begegnungen und für neue Freundschaften. "Es ist ein offener Ort, an dem gegenseitiger Austausch von Jung und Alt und Unterstützung von Familien neu gelebt wird", heißt es in einer Information dazu. Im Fall Leinefelde kommt noch hinzu, dass die Besucher die vielfältigen Angebote der Caritas – beispielsweise Sucht- oder Schuldnerberatung sowie das Sozialkaufhaus "inpetto" – nutzen können.

Das Neubaugebiet Leinefelde- Süd ist ein sozialer Brennpunkt der Region Eichsfeld. Viele Hartz- Vier-Empfänger und Spätaussiedler gehören zu den Bewohnern. Gemeindepfarrer Markus Hampel scheidet dennoch mit schwerem Herzen von St. Bonifatius, die Sorgen und Nöte der Menschen im Stadtteil waren immer auch seine eigenen.

Kirche bleibt am Standort präsent

Froh ist der Pfarrer jedoch, dass ein Kaplan und ein Ruheständler in das Gemeindezentrum ziehen werden. Ist so doch sichergestellt, dass die nun zusammengelegte Leinefelder Kirchgemeinde weiter präsent bleibt. Und in der Kirche werden weiter Gottesdienste gefeiert. Markus Hampel hat in seiner Zeit als Pfarrer vieles mit in Bewegung gebracht, was für die Leute identitätsstiftend ist. So die gemeinsame Nikolausfeier oder das Stadtteilfest. "Es ist einfach wichtig, dass sich die Leute hier im gemeinsamen Feiern und in der Begegnung ein Stück weit zu Hause fühlen", sagte Hampel im Rahmen einer Presseinformation in der neuen Caféteria.

Pfarrer Markus Hampel hat den Wunsch, dass die sozialen Probleme in der Leinefelder Pfarrgemeinde nicht vergessen werden. "Kirche", so Hampel, "muss präsent bleiben. Zum einen im Spirituellen, damit das Wohngebiet nicht austrocknet und zum anderen im Bereich der Kultur, Kirche als Träger der Kultur." Dazu kommt die Ausschöpfung der karitativen Möglichkeiten, die jede Pfarrgemeinde hat. Beispielsweise in der ehrenamtlichen Unterstützung des Mehrgenerationenhauses. Pfarrer Hampel erhofft, dass das Trennende von Altleinefelde und Leinefelde-Süd überwunden werden kann und mit der neuen Einrichtung gemeinsam neue Wege gefunden werden, die allen in Leinefelde ein Leben in Würde und gegenseitiger Wertschätzung ermöglichen.

Die Idee und weitere Schwerpunkte des Projektes benannten Jürgen Wagner, der Leiter der Caritasregionalstelle Eichsfeld- Nordthüringen und Konrad Alert als Koordinator des Mehrfamilienhauses. Alert betonte, dass neben dem Diensten der Caritas und den Begegnungsmöglichkeiten besonderer Wert auf die Verstärkung des bürgerschaftlichen Engagement gelegt wird. Zudem sollen vorhandene Strukturen vernetzt werden. Daher komme es darauf an in Leinefelde Partner zu finden, die sich in das Projekt Mehrgenerationenhaus einbringen wollen. Das Bistum, die Caritas und die Gemeinde gingen mit der Eröffnung einen Schritt voran.



Informationen
Internet: www.mehrgenerationenhaeuser.de
Dieser Beitrag wurde veröffentlicht in Ausgabe 16 des 57. Jahrgangs (im Jahr 2007).
Aufgenommen in die Online-Ausgabe: Freitag, 20.04.2007

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