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Offen für künftiges Lernen

Aus Krankenhaus wurde in Dresden Maria-Montessori-Grundschule

Dresden (jak / kpi) - Nutzer des am vergangenen Samstag in Bautzen eingeweihten St.-Benno-Baus sind die Bischöfliche Maria-Montessori-Grundschule, der Kinderhort des Katholischen Kinderhauses und die Bautzner Domgemeinde. Letztere wird den neuen Benno-Saal mit einer Kapazität von 200 Plätzen nutzen können. Damit wurde ein Ersatz für die Räumlichkeiten im ehemaligen Kolpinghaus geschaffen, welches nicht saniert wird. Finanziert wurde der 4,5 Millionen Mark teure Bau - an der Stelle des alten Benno-Krankenhauses errichtet - ausschließlich aus Mitteln des Bistums. Damit, so Ordinariatsrat Wilfried Lenssen - Leiter der Schulabteilung im Bischöflichen Ordinariat - wollte das Bistum Dresden-Meißen ein Zeichen für die Bautzener setzen, ein Zeichen: "Wir lassen euch nicht allein!" Waren doch mit der Schließung des von den Maltesern betriebenen Benno-Krankenhauses auch schmerzliche Erfahrungen verbunden, so der Verlust von 35 Arbeitsplätzen.

Im Rahmen eines Pressegesprächs hatten Medienvertreter am 10. August die Gelegenheit, sich bei laufendem Schulbetrieb den Neubau und die sanierte alte Villa anzusehen. Begonnen wurde im Bennosaal. Dieser kann vielfältig genutzt werden, so zum Essen, zum Sport oder für Veranstaltungen der Schule oder der Gemeinde. Danach ging es in die geräumigen, rund 75 Quadratmeter großen Klassenräume. Weiter gibt es einen überdachten Pausenhof, sowie zahlreiche Räume im Keller, so die für den Musikunterricht oder das Fach Werken. Wilfried Lenssen betonte, dass es wichtig war, die Möglichkeit offen zu halten, moderne Kommunikationsmittel im Unterricht einzubeziehen. Niemand wisse heute, so der Ordinariatsrat, wie die Grundschule in fünf Jahren aussieht, daher möchte man in Bautzen schon jetzt auf Veränderungen vorbereitet sein. Lenssen wies im Rahmen des Rundganges - der auch durch den Hort des Kinderhauses führte - darauf hin, dass viele Anregungen und Ideen des drei Tage vor der Eröffnung verstorbenen Bautzner Dompfarrers Georg Hanke im Bau verwirklicht wurden.

Die Maria-Montessori-Grundschule war seit ihrer Gründung im Jahr 1998 in einer Plattenbauschule untergebracht. Sie hatte im ersten Jahr mit 32 Kinder begonnen, 1999/2000 waren es 56, und im vergangenen Schuljahr bereits 73 Kinder. Mit der Aufnahme der 29 Erstklässler, die ihre Schulzeit im neuen Haus beginnen, werden 102 Kinder in den sechs jahrgangsübergreifenden Klassen der Schule lernen. Die Bautzner Schule entstand auf Initiative eines Fördervereins, der die Arbeit weiter begleitet. Die ganzheitliche und auf Eigeninitiative und Selbstständigkeit der Kinder orientierte Montessori-Pädagogik hatte Bautzner Eltern überzeugt. In diesem Jahr erhielt die Schule die staatliche Anerkennung als Ersatzschule, wonach sie Bildungsempfehlungen für die weiterführenden Schulen geben kann.

Dieser Beitrag wurde veröffentlicht in Ausgabe 33 des 51. Jahrgangs (im Jahr 2001).
Aufgenommen in die Online-Ausgabe: Freitag, 31.08.2001

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