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Aus der Region

Erinnerung an Elisabeth:

Das Programm der Neuenburg im Elisabeth-Jahr

Eine Szene vom Bildteppich: Elisabeth nimmt den aussätzigen Elias von Freyburg aus mit auf die Neuenburg. Dort wäscht und kleidet sie ihn und legt ihn zur Erholung in ihr Bett. Als ihr Mann Ludwig und seine Mutter Sophie wütend ins Zimmer kommen, erkennen beide in Elias den Not leidenden Christus. Foto:Holger Jakobi

Freyburg an der Unstrut - Das Programm von Schloss Neuenburg zum Elisabeth-Jahr wurde am 29. März vorgestellt. Die einstige Burg der Thüringer Landgrafen ist einer der Orte, an denen die heilige Elisabeth von Thüringen gelebt hat.

Einen entscheidenden Schritt hin zu mehr Besucherfreundlichkeit unternahmen am 1. April die Neuenburg und Burg Falkenstein. Beide Burgen -die zur Stiftung Dome und Schlösser in Sachsen Anhalt gehören -erweiterten ihre Öffnungszeiten auf die Sieben- Tage-Woche. Somit können Besucher nun auch am Montag die Burgen besichtigen. Dies gab der Präsident der Stiftung Boje E. Hans Schmuhl bei der Vorstellung des Programms zum Elisabeth- Jahr bekannt. Im Elisabeth-Jahr werde getestet, wie die Besucher die erweiterten Öffnungszeiten annehmen.

    Räume, in denen Elisabeth und Ludwig lebten

Die Neuenburg ist ein authentischer Ort im Leben der heiligen Elisabeth. Urkundlich belegt ist ein Aufenthalt für die Jahre 1224/25. Es kann jedoch angenommen werden, dass Elisabeth und ihr Mann, Landgraf Ludwig IV. öfter auf der Burg weilten. Der Grund: Im 13. Jahrhundert waren Residenzen noch nicht ausgebildet und so zog der Hof des Landgrafen von Burg zu Burg, um seine Herrschaft zu festigen oder um Gericht zu halten. Zudem kam der Neuenburg erhebliche militärische Bedeutung zu, da sie im Osten der landgräfl ichen Herrschaft den Weg in die benachbarten Markgrafschaft Meißen offenhielt.

Jörg Peukert, der Direktor von Schloss Neuenburg, berichtet, dass die Aktivitäten seines Hauses sowie des Naumburger Domes zum Elisabeth-Jahr 2007 unter dem Motto "Leben Erinnern" stehen. Dieses Motto refl ektiert die historische und die aktuelle Diskussion des Themas heilige Elisabeth. Die Naumburger Ausstellung -zu sehen ist dort die wohl älteste Darstellung der Heiligen in einer Seitenkapelle des Domes -ergänzt die Präsentation auf der Neuenburg. Dauerhaft ist dort unter dem Stichwort "Burg und Herrschaft" die Geschichte der Ludowinger Landgrafen, der heiligen Elisabeth und des Bauens im Hochmittelalter vorgestellt. Wobei, so Jörg Peukert, die Burg das eigentliche Exponat ist.

Zentrale Punkte von "Burg und Herrschaft" sind die Doppelkapelle, an deren Entstehung Landgräfi n Elisabeth sicher Anteil hatte und in der sie oft betete, und die Räume im ehemaligen Wohnturm. Hier ist eine Ton-Dia-Schau zu erleben, die ganz der heiligen Elisabeth gewidmet ist.

Wichtig ist Jörg Peukert und seinen Mitarbeitern, neben der nacherlebbaren Historie die Bezüge in die Gegenwart aufzuzeigen, die sich mit Blick auf die karitative Tätigkeit Elisabeths ermöglichen. Welche Bedeutung hat Elisabeth für die heutige Gesellschaft? Welche Werte sollen sie tragen? Fragen, die in Fachtagungen, in Vorträgen aber auch in der Kinderkemenate, der museumspädagogischen Oase für die jüngsten Besucher gestellt werden.

    Das besondere Exponat: Das Glas der heiligen Hedwig

Elisabeth heute ist auch das Thema einer Sonderausstellung (23. April bis 3. Juni), die Werke der Weißenfelser Künstlerin Christina Simon zeigt. Sie hat in Anlehnung an historische Elisabeth- Darstellungen großformatige Linolschnitte erarbeitet, die in den Räumen der Burg gezeigt werden. Interessant ist, dass diese Präsentation dem Lebensweg Elisabeths folgt -von Ungarn über Thüringen, Sachsen-Anhalt bis ins hessische Marburg. Zwei weitere Ausstellungen sind den Frauenorten Sachsen-Anhalts sowie dem Fotoprojekt "Frauen heute -Auf den Spuren der heiligen Elisabeth" gewidmet.

Boje E. Hans Schmuhl freute sich, zwei besondere Ausstellungsstücke zeigen zu können. So ist im Vorraum der Doppelkapelle ein Bildteppich zu sehen, der Szenen aus dem Leben Jesu und der heiligen Elisabeth zeigt. Die mittelalterliche Arbeit stammt aus dem Domschatz in Halberstadt. Ebenfalls von dort kam ein so genanntes Hedwigsglas, das in der Reihe "Das besondere Exponat" gezeigt wird. Ihren Namen verdanken die Gläser der heiligen Hedwig -der Tante Elisabeths -die drei dieser wertvollen Gläser besessen haben soll. Der Legende nach soll sich in einem der Gefäße die wunderbare Wandlung von Wasser zu Wein ereignet haben.

Dieser Beitrag wurde veröffentlicht in Ausgabe 0 des 57. Jahrgangs (im Jahr 2007).
Aufgenommen in die Online-Ausgabe: Sonntag, 08.04.2007

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