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Moment mal...

Damals... (23)

Auch im neuen Tag des Herrn war die letzte Seite die Domäne des Chefredakteurs. In seiner Rubrik "Moment mal ..." wendet sich Gottfried Swoboda Woche für Woche an die Leser: Sie haben ihn sicher auch schon einmal gespürt, den faden Geschmack nach dem Zusammentreffen mit einem Mitmenschen. Obwohl der Vorsatz schon so oft gefasst wurde, hat man sich wieder zu einer üblen Nachrede hinreißen lassen. Zielscheibe war wie immer der nicht anwesende Nächste... Wissenschaftler haben errechnet, dass Kinder und manche Personen es in ihrem Redefluss auf 150 bis 200 Worte in der Minute bringen. Wenn man annimmt, dass der normale Bürger - also nicht die, die sich mit Reden Geld ,,verdienen" - täglich etwa drei Stunden spricht, so beträgt das bei 150 Worten in der Minute 18 000 bis 45 000 Worte. Zum Vergleich: In einem mittelgroßen Buch finden sich 70 000 bis 90 000. Und wie viel ist davon, was Tag für Tag gesprochen wird, höchst überflüssig?! Beim Vielreden erhöht sich zudem die Gefahr, sich in Schuld zu verstricken. Der Evangelist Markus warnt: "... von innen, aus dem Herzen der Menschen, kommen die bösen Gedanken"... Die Forscher haben ferner festgestellt, dass allzuviel Reden dem gesamten Organismus schadet und die Leistung des Menschen um 15 bis 40 Prozent herabsetzt. Sogar Magen-Störungen seien die Folge, weil zu viel Luft in den Magen gelange. Mediziner empfehlen deshalb an jedem Samstag / Sonntag eine drei Stunden dauernde ,,Schweigekur". Ihre Devise lautet: ,,Rede weniger - lebe länger!" Für uns könnte das heißen: ,,Höre mehr - lebe länger!" Das ist auch das beste Mittel gegen diverse Gewissensbisse nach den Begegnungen mit einem Mitmenschen.

Dieser Beitrag wurde veröffentlicht in Ausgabe 35 des 51. Jahrgangs (im Jahr 2001).
Aufgenommen in die Online-Ausgabe: Freitag, 31.08.2001

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