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Bistum Magdeburg

Bewegende Glaubenszeugnisse

Bischof feiert mit 50 Tauf- und Firmbewerbern Aufnahmegottesdienst

Bischof Gerhard Feige legte während des Zulassungsgottesdienstes jedem der Tauf- und Firmbewerber segnend die Hand auf und übergab ihm ein Gotteslob.

Magdeburg - Am 24. Februar trafen sich im Magdeburger Roncalli-Haus über 50 Taufund Firmbewerber des Bistums, um von Bischof Gerhard Feige und Propst Gerhard Nachtwei ihre Zulassung zu empfangen. Dabei offenbarten sie ihre Beweggründe und ihre bisherigen Erfahrungen mit Gott und der Kirche.

"Mir hat eigentlich nichts gefehlt", erzählte Sandy Böse aus Halle vor den anderen Taufbewerbern und Paten, "bis sich meine Eltern getrennt haben und scheiden ließen. Da bin ich in ein tiefes Loch gefallen, aus dem ich nicht allein wieder herauskam."

Ähnlich wie der jungen Frau war es einigen Menschen ergangen, die in der vollbesetzten Kapelle des Roncalli-Hauses von ihrem persönlichen Weg zum Glauben berichteten. Auch bei Marcus Heidelberger zum Beispiel war das Ende einer persönlichen Beziehung die Chance für einen Neuanfang. "Da habe ich Trost in der Kirche gesucht und auch gefunden", berichtete der Gymnasiast aus Halle. Eine schwere Zeit hatte auch Franès Neumann zu bewältigen, die nach ihrer Schwangerschaft mit ihrem Kind sehr krank geworden war. "Wir standen beide auf der Kippe und haben darüber den Weg zu Gott gefunden", erzählte die junge Mutter aus Egeln.

Die meisten Taufbewerber jedoch hatten den religiösen Zugang aus positiven Erfahrungen mit der Kirche, dem katholischen Krankenhaus, dem Kindergarten des Diakonischen Werkes oder der Arbeit in der Bahnhofsmission, wie Jürgen Schiller aus Halle. Häufig waren es dann Familienangehörige, Freunde oder der Partner, die den neuen Glaubensweg begleiteten oder überhaupt erst bereiteten.

Bei Bernd Winkler aus Torgau war es seine Frau Susanne, die selbst erst vor vier Jahren getauft worden war und ihrem Mann dann über den Familienkreis die Kirche näher brachte. "Den geistlichen Acker hatte aber ursprünglich meine Oma bestellt", ist der 37-Jährige der Protestantin heute sehr dankbar. "Sie schenkte mir meine erste Bibel, in der ich auch gelesen habe." Seine Arbeit im Rettungsdienst schließlich habe nicht selten die Frage aufgeworfen, ob es einen Gott gibt. Die Antwort glaubt er nun zu wissen, weshalb er sich zu Ostern taufen lassen will.

"Diese Glaubenszeugnisse sind beeindruckend und man merkt, dass da etwas in Bewegung kommt", sagte Bischof Gerhard Feige nach den 50 verschiedenen Erfahrungsberichten. Die Bewerber gehörten nun mit zur Kirche, "denn Kirche meint die Gemeinschaft der Gläubigen", so der Bischof. Die Magdeburger Ortskirche wachse dabei jedes Jahr um etwa 100 junge Menschen und Erwachsene an, die sich für die Taufe entscheiden, und um 500 Kinder.

Dieser Beitrag wurde veröffentlicht in Ausgabe 0 des 57. Jahrgangs (im Jahr 2007).
Aufgenommen in die Online-Ausgabe: Mittwoch, 28.02.2007

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