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Bistum Erfurt

Geistliche Vorträge zum Elisabeth-Jahr:

Weihbischof Hauke sprach zu

'Ich besuche dich' von Iryna Trotsyak

Erfurt - Die sieben Werke der Barmherzigkeit für Thüringen heute sind das Thema einer Reihe, zu der das Katholische Forum im Land Thüringen in der Fastenzeit in die Erfurter Brunnenkirche einlädt. Erster Referent war Weihbischof Reinhard Hauke.

"Was würde Elisabeth heute tun? Wo würde sie heute die Nähe zum leidenden Christus suchen?" Diese Fragen, so Weihbischof Reinhard Hauke, standen am Beginn der Suche nach den sieben Werken der Barmherzigkeit für Thüringen. Dabei, so Reinhard Hauke weiter, sei es um die Außensicht der Kirche gegangen, um die Erwartungen und Wünsche, die heutige Menschen an die Kirche richten. Nach einer Befragung habe es sich gezeigt, dass es sowohl leibliche als auch geistige Werke sind, die favorisiert wurden. So kam es zu einem Prozess, der zudem dazu führte, die traditionellen Werke der Barmherzigkeit neu zu bekleiden und ihnen zu einem frischen und jungen Auftreten zu verhelfen.

Selbst sprach Reinhard Hauke zum Werk "Ich besuche dich". Dabei betont der Weihbischof, dass eine Begegnung, ein Besuch dem anderen gut tun und zum Leben helfen solle. Allerdings müsse der Besuchte offen sein für Veränderungen. "Wer diese nicht zulassen will, wird den Besuch nicht hereinlassen, sondern auf die Besitzstandswahrung hoffen." Weihbischof Hauke machte zudem an Beispielen der Heiligen Schrift deutlich, dass Gott immer in der Nähe der Menschen sei. Daher seien Veränderungen ständig möglich, "wenn wir Menschen es nur wollen und es zulassen." Christentum, so Hauke, sei deshalb nichts für Ängstliche. Im Gegenteil, das Christentum habe immer mit Veränderung zu tun, die in Gott ihre Ursache habe. Reinhard Hauke sagte weiter: "Der Glaubende ist deshalb nicht so sehr überrascht oder auch durch den Besuch überfordert. Er weiß, dass ein Besuch immer von Gott kommt und damit ihn bereichern will. Die alten Väter -besonders auch der heilige Benedikt von Nursia, haben die Kostbarkeit des Besuchs erkannt und sagen, dass Gott plötzlich und unverhofft kommt und um Einlass bittet."

Weiter thematisierte der Erfurter Weihbischof die Bindungsängste heutiger Menschen. Kontaktbereitschaft hingegen bedeute: "Ich gebe meine Privatsphäre auf und lasse dich an mich heran und in mein Leben hinein." Auch Christen stünden in der Gefahr, nur eine oberflächliche Berührung zuzulassen und den wirklichen Kontakt zu meiden. Aber, so Hauke: "Das Gebot der christlichen Nächstenliebe verpflichtet uns zu mehr als nur zum distanzierten Kontakt oder der Nächstenliebe in gebührendem Abstand. Wenn es sicherlich auch das Recht auf die Privatsphäre gibt, in die ich keinen hineinlassen muss, so wird doch Erfolg in meiner Zuwendung nur dann möglich sein, wenn ich mich öffne und ,ins Herz schauen' lasse -ein beliebtes Wort unseres Bischofs Joachim Wanke."

Der Leiter des Katholischen Forums, Hubertus Staudacher, wünschte in seinen Worten, dass es den Referenten gelingen möge, den Zuhörern einen Blick in ihr eigenes Herz zu ermöglichen. Zudem gehe es um das Nachdenken über Nöte und Hoffnungen, über Elend und Sehnsüchte der Menschen von heute. Hubertus Staudacher freute sich, dass sieben Persönlichkeiten -drei Laien, zwei Ordensleute und zwei Priester -zugesagt haben, die Veranstaltungsreihe auszugestalten.

Dieser Beitrag wurde veröffentlicht in Ausgabe 0 des 57. Jahrgangs (im Jahr 2007).
Aufgenommen in die Online-Ausgabe: Mittwoch, 28.02.2007

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