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Bistum Dresden-Meißen

Nicht nur Film und ein bisschen Kirche

Filmbesinnungstage in Schmochtitz

Schmochtitz - Mittels Exerzitien zu Gott und sich selbst zu finden – sich in Stille, Gebet und Meditation Gott anvertrauen, um das eigene Leben neu auszurichten – das haben seit Ignatius von Loyola viele Menschen versucht.

Wie ist es aber, wenn man statt Einkehr zu halten, bestimmte Probleme in den Mittelpunkt rückt, sie ein paar Tage lang in sich bewegt, von allen Seiten betrachtet. Kann der Mensch dadurch auch zu innerer Ruhe finden, zur "Besinnung" kommen? Militärpfarrer Thomas Bohne aus Leipzig und Leiter der DEFA-Stiftung Helmut Morsbach aus Blankenfelde bejahen diese Frage ganz klar. Sie haben das Medium Film für sich entdeckt und die "Filmbesinnungstage" ins Leben gerufen. "Ich bin manchmal das Problem" waren die Filmbesinnungstage im Schmochtitzer Bischof-Benno-Haus diesmal übertitelt. Helmut Morsbach und Thomas Bohne lenken den Focus dieser Tage immer auf ein bestimmtes Thema. Der Ablauf der Filmbesinnungstage ist fest strukturiert. Am ersten Abend wird mit einem Film begonnen. Danach geht es in die abendliche Meditation und in die Stille. Die Teilnehmer werden darum gebeten, sich nicht über den Film auszutauschen, sich statt dessen zurückzuziehen und den Film "für sich zu bewegen", wie Helmut Morsbach es ausdrückt. Erst am nächsten Morgen wird eineinhalb Stunden lang über den Film gesprochen. Ohne dass von den Kursleitern eine Bewertung stattfindet, darf jeder seine Eindrücke schildern. Um elf geht es in den Gottesdienst. Auch in der Predigt nimmt Pfarrer Bohne die Thematik des Wochenendes auf. Nach einer langen Mittagspause wird der Film am späten Nachmittag noch durch andere Medien ergänzt – das kann ein Zeitungsartikel sein, Gedichte, Musik, Geschichten oder auch ein Kurzfilm. Am Abend dann wird ein weiterer Film gezeigt und es beginnt ein neuer Tag. Welche Filme Helmut Morsbach und Thomas Bohne aus ihrem Gepäck holen, entscheiden sie immer kurzfristig. Für das jeweilige Thema haben sie mehrere zur Auswahl, je nach Stimmung und Bereitschaft der Teilnehmer.

"Es geht nicht um Film, Diskussion und ein bisschen Kirche hintendran", betont Helmut Morsbach. "Unser Filmprogramm wird eingebettet in Morgengebet, Gottesdienst und Abendbesinnung. Bedenken und Einkehr sind ein wesentlicher Teil, wie es bei Exerzitien üblich ist." Das Medium Film ermöglicht es, die Teilnehmer verhältnismäßig schnell mit einer Thematik zu fesseln, sie zum Nachdenken zu bewegen. "Wichtig ist uns aber auch, nicht nur die Probleme zu benennen, sondern auch Perspektiven, Hoffnung, Glauben und Zuversicht zu vermitteln", erklärt Pfarrer Bohne. "Deshalb ist der letzte Film immer auch einer mit positivem Ausgang oder einer, wo die Thematik auf komödiantische Art dargestellt ist. Außerdem stehe ich jederzeit auch für die persönliche Seelsorge zur Verfügung."

Weiter Infos zu Filmbesinnungstagen: www.benno-haus.de

Dieser Beitrag wurde veröffentlicht in Ausgabe 8 des 57. Jahrgangs (im Jahr 2007).
Aufgenommen in die Online-Ausgabe: Montag, 26.02.2007

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