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Bistum Görlitz

"Schützen, was uns umgibt"

Sternsinger fühlen sich für die Umwelt verantwortlich

Der Wolf ist wieder in der Lausitz. Museumsleiter Professor Willy Xylander erklärt den Sternsingern, dass Meister Isegrimm für den Menschen harmlos ist. Foto: Andreas Schuppert Görlitz - Vor ein paar Wochen waren sie noch als Heilige Drei Könige unterwegs. Als Dankeschön dafür durften die Görlitzer Sternsinger am 8. Februar im Naturkundemuseum der Neißestadt auf Entdeckungsreise gehen.

Einige Mädchen und Jungen aus der Domgemeinde St. Jakobus haben Taschenlampen mitgebracht, denn die Tour durch das Museum sollte eigentlich im Dunkeln stattfinden. "Das geht heute leider nicht", erklärt der Biologieprofessor und Leiter des Naturkundemuseums in Görlitz, Willy Xylander. Durch ein Sicherheitsproblem sei die Notbeleuchtung eingeschalten worden. Trotzdem waren die Kinder gespannt darauf, durch die großen Räume zu gehen, wo eine Menge ausgestopfte Tiere und Wissenswertes über die Natur warteten.

Die Verantwortung für die Schöpfung spielte nämlich bei der diesjährigen Aktion Dreikönigssingen eine besondere Rolle. Das Beispielland Madagaskar wird in Zukunft mit vielen Umweltproblemen zu kämpfen haben – vor allem die jüngeren Generationen sind gefragt, wie man zum Beispiel das Abholzen des Regenwaldes verhindern kann, damit auch kommende Generationen ein menschenwürdiges Leben führen können.

Die Bewahrung der Schöpfung ist für Gemeindereferentin Gabriele Kretschmer, die die Sternsinger begleitet, ein wichtiges Thema. "Die Kinder müssen lernen, auch an künftige Generationen zu denken, die die Lasten von heute tragen werden."

Willy Xylander erteilt den fleißigen Sternsingern ein wenig Heimatkundeunterricht: Die Mädchen und Jungen erfahren, wie die Braunkohle in der Lausitz entstanden ist und welche Tiere vor tausend Jahren in der Gegend lebten. Das Mammut und das Horn des Auerochsen sind ebenso interessant, wie Geschichten über den Wolf, der sich seit einigen Jahren wieder in der Lausitz angesiedelt hat. "Niemand braucht vor dem Wolf Angst zu haben. Das einzige literarische Zeugnis, in dem ein Mensch durch einen Wolf angegriffen wurde, ist das Märchen vom Rotkäppchen." Neugierig sehen sich die Mädchen und Jungen um, stellen Fragen und lernen eine Menge über die einheimische Flora und Fauna. Die Sonderausstellung über ausgestorbene Tiere zeigt allerdings, wie sehr der Mensch in die Natur eingegriffen hat und dass es einmal Tierarten gab, die unwiederbringlich verloren sind.

Professor Xylander sieht sein Museum nicht nur als Forschungseinrichtung, sondern auch als einen wichtigen Teil der Umwelterziehung. Dabei hat er festgestellt: "Die Liebe zur Natur wird heute wieder stärker in der Familie und in der Schule vermittelt." Wichtig sei es, den Mädchen und Jungen zu erklären, wie die kompliziertesten Vorgänge in der Schöpfung auf wunderbare Weise miteinander verwoben sind und zusammenspielen und vor allem, dass dieses Zusammenspiel sehr sensibel und verletzlich ist. Der Mensch müsse sich heute mehr denn je nicht als Mittelpunkt, sondern als ein Teil der Schöpfung verstehen. "Wir können nur schützen, was wir kennen. Und wir müssen schützen, was uns umgibt." Dazu biete das Naturkundemuseum zum Beispiel öffentliche Exkursionen an.

Dieser Beitrag wurde veröffentlicht in Ausgabe 7 des 57. Jahrgangs (im Jahr 2007).
Aufgenommen in die Online-Ausgabe: Donnerstag, 15.02.2007

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