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Bistum Dresden-Meißen

Leipziger Firmbibel

Neue Wege in der Firmvorbereitung

Einige der Grünauer Firmlinge und ihre Begleiter beim letzten Vorbereitungstreffen vor der Firmung. In der Mitte (roter Pullover) ist Krystina Klement mit einem Exemplar der Leipziger Firmbibel zu sehen. Foto: Dorothee Wanzek Leipzig - Einen neuen Weg sind die Leipziger Pfarrgemeinden St. Martin Grünau und Liebfrauen Lindenau in der diesjährigen Firmvorbereitung gegangen. Nicht vorfertigtes katechetisches Material stand dabei im Vordergrund, sondern die Begegnung mit erfahrenen Leipziger Christen.

Während sich die Lindenauer noch bis März gedulden müssen, haben 19 Grünauer Jugendliche vergangenen Sonntag bereits das Sakrament der Firmung empfangen und bekamen anschließend die "Leipziger Firmbibel 2007" überreicht. In dem von Firmbegleiterin Krystina Klement im A5- Format ansprechend gestalteten Heft stellen die Mädchen und Jungen ihre Firmsprüche vor, manchmal nur mit einem kurzen Satz wie bei Tanja Krosse und Alexander Sambale, die beide den Vers aus dem Matthäus-Evangelium gewählt haben ("Alles, was ihr von anderen erwartet, das tut auch ihnen"), manchmal auch mit einer längeren Erläuterung.

Auch die Firmbegleiter haben sich mit ausgewählten Bibelstellen verewigt und Leipziger Christen, die den Firmbewerbern in den zurückliegenden Monaten von ihrem persönlichen Glaubensweg und ihrem Engagement auf unterschiedlichsten Wirkungsfeldern erzählt hatten. Die Ordensgemeinschaft der "Missionarinnen- Christi" ist dabei ebenso vertreten wie Mitarbeiter der Bahnhofsmission, der Friedensbewegung Pax Christi, oder des TAG DES HERRN. "Mich haben am meisten die Kleinen Brüder vom Evangelium beeindruckt", erzählt David Mamsch aus Grünau. Deren Einsatz in der Gefangenenseelsorge oder in einfachsten Berufen, am Fließband zum Beispiel, sei "wirklich harte Arbeit". Die Kraft dafür schöpften die Männer aus ihrem Glauben.

Nach den Begegnungen mit den mehr oder weniger prominenten Leipziger Glaubenszeugen trafen sich die Firmgruppen – so war es jedenfalls geplant –, um sich jeweils nach der Methode des Bibel- Teilens mit der Bibelstelle des Gesprächspartners auseinanderzusetzen.

"Wir wünschen uns, dass die Jugendlichen die Firm-Bibel noch oft in die Hand nehmen und dass sie darin Hoffnung für ihr Leben finden", sagt Gemeindereferent Michael Pfeifer aus dem Vorbereitungsteam. Neben der Begegnung mit Menschen, die bewusst als Christ leben und der Gestaltung der Firmbibel habe es eine dritte Säule der Firmvorbereitung gegeben: Die Mitgestaltung des Gemeindelebens. Beispielsweise haben die Grünauer Firmlinge einen Adventsgottesdienst gestaltet.

Dass die Firmung für die Jugendlichen ein wesentlicher Schritt in die Gemeinde hinein ist, wurde in Grünau auch symbolisch untermauert: Firmbegleiterin Rebekka Jahn hatte die Idee der "Gebetskerzen" eingebracht. Keine ganz neue Idee, denn sie selbst kannte sie schon von ihrer eigenen Firmung vor drei Jahren: Gemeindemitglieder, die sich dazu bereit erklärt hatten, bekamen einen Firmbewerber zugelost und gestalteten für ihn ganz persönlich eine Kerze und versprachen, in besonderer Weise für ihn oder sie zu beten. In einem Gottesdienst wurden die Gebetskerzen den Firmlingen überreicht, verbunden mit dem Vorschlag, sie in den Familien anzuzünden und sich auch dort Zeit zu nehmen für Gespräche über den Glauben und die bevorstehende Firmung.

Auch wenn die Vorbereitungszeit von Oktober bis Februar erheblich zu kurz war und manches dadurch nicht zu Ende geführt werden konnte, hat sich die andere Methode der Firmvorbereitung nach Ansicht von Krystina Klement durchaus bewährt. Da sie sich bereits zum dritten Mal als Firmbegleiterin zur Verfügung gestellt hat, kann sie den Vergleich ziehen.

Dass das Sakrament der Firmung nicht nur für die Firmlinge, sondern auch für alle Wegbegleiter eine positive Herausforderung ist und zu neuen Schritten im Glauben motiviert, ist auf diesem Weg der Vorbereitung besonders deutlich geworden. Krystina Klement selbst hat sich in letzter Zeit vorgenommen, verstärkt das Gebet zu pflegen, nicht nur in schweren Situationen, sondern gerade auch, wenn es ihr gut geht. Die passende Bibelstelle für diesen Vorsatz fand sie im Jakobusbrief 5,13: "Ist einer von euch bedrückt? Dann soll er beten. Ist er fröhlich? Dann soll er ein Loblied singen."

Dieser Beitrag wurde veröffentlicht in Ausgabe 7 des 57. Jahrgangs (im Jahr 2007).
Aufgenommen in die Online-Ausgabe: Donnerstag, 15.02.2007

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