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Bistum Magdeburg

Fortbestand

Zukunft der bisherigen Kolping-Berufsförderungszentren in Genthin und Magdeburg

Ausbilder Hoffmann erläutert im Beisein von QSG-Geschäftsführer Haase (5. von links) Arge-Geschäftsstellenleiter Tappert (2. von links) und Landrat Finzelberg die Ausbildung junger Leute im Metallberuf. Foto: Eckhard Pohl Magdeburg / Genthin - Die Qualifizierungs- und Strukturförderungsgesellschaft Genthin (QSG) hat die von der Insolvenz des Kolping-Bildungswerkes betroffenen Auszubildenden und etliche der Ausbilder in Magdeburg und Genthin übernommen. Ebenfalls eine Perspektive haben die Betroffenen in Oschersleben und Halberstadt.

Glück für die Auszubildenden und Maßnahmenteilnehmer der Berufsförderungszentren und der Jugendsozialarbeit des insolventen Kolping-Bildungswerkes Sachsen-Anhalt gGmbH, die durch das Engagement verschiedener Träger ihre Maßnahmen fortsetzen können. "Es ging recht schnell", sagt der Geschäftsführer der Qualifizierungs- und Strukturförderungsgesellschaft (QSG) Genthin, Klaus Haase. Am 20. Oktober hatte das Kolping-Bildungswerk Zahlungsunfähigkeit angemeldet (Tag des Herrn berichtete). Insolvenzverwalterin Sabine von Stein-Lausnitz wollte das Bildungswerk zunächst erhalten. Ende November, Anfang Dezember aber standen die Einrichtungen doch zur Übernahme.

Gute Zusammenarbeit mit Landkreis und Arge

"Am 20. Dezember war klar, dass die Zentren von Magdeburg und Genthin ab 1. Januar unter QSGRegie weitergeführt werden", so Klaus Haase. Dabei habe es eine "gute Zusammenarbeit" mit dem Landkreis Jerichower Land, der Agentur für Arbeit und der Industrie- und Handelskammer gegeben, so der QSG-Geschäftsführer am 14. Januar bei einer Visite von Landrat Lothar Finzelberg (parteilos) und Geschäftsstellenleiter Harald Tappert von der Agentur für Arbeit im Berufsförderungszentrum Genthin.

Durch den Trägerwechsel konnten alle laufenden Projekte in Genthin und Magdeburg fortgeführt und 192 Maßnahmeplätze, davon 115 in Genthin, erhalten werden. Unter den jungen Leuten sind 65 Auszubildende (Azubis) im Ausbildungsplatzprogramm Ost, 45 Azubis in einer Berufsausbildung in einer außerbetrieblichen Einrichtung, 25 Azubis in einer Rehabilitations-(Reha-) Ausbildung zum Metallarbeiter, Helfer in der Hauswirtschaft oder Verkäufer und 59 Teilnehmer in berufsvorbereitenden Reha-Bildungsmaßnahmen. Zudem können neun Anleiter und Betreuer in Genthin und sieben in Magdeburg, allerdings für rund ein Drittel weniger Gehalt, ihre Aufgabe fortsetzen.

"Wir sind froh, dass es vor allem für die Jugendlichen, aber auch für uns Mitarbeiter so schnell weitergegangen ist", sagt etwa Ausbilder Ullrich Hoffmann in Genthin. "Wir konnten in diesen Tagen schon bei unseren 22 Konstruktionsmechanikern erfolgreich die praktischen Abschlussprüfungen abnehmen."

Der Leiter der Geschäftsstelle der Bundesagentur für Arbeit in Genthin, Harald Tappert, äußerte sich ebenfalls zufrieden mit der Lösung. Schon unter Führung des Kolping-Bildungswerkes habe man die Qualität der Ausbildung im Berufsförderungszentrum geschätzt, da sei es nur schlüssig gewesen, auch die Anleiter zu übernehmen, zumal die Auszubildenden oft aus schwierigen Verhältnissen kämen und deshalb besonders engagierte Begleiter bräuchten.

Ausbildung mit hoher Qualität

Während die QSG den Standort Sieverstorstraße (ehemaliges Norbertuswerk) des Magdeburger Berufsförderungszentrums räume, werde der zweite Magdeburger Standort Am Charlottentor (Haus Mutter Teresa) in Trägerschaft der QSG fortbestehen, so Geschäftsführer Haase. Hier sind auch Caritas und Malteser mit Einrichtungen vertreten. Der Genthiner Standort bleibt komplett erhalten.

Unabhängig vom Engagement für beiden Berufsförderungszentren in Magdeburg und Halle hat die seit 15 Jahren bestehende QSG etwa 200 Beschäftigte auf dem ersten Arbeitsmarkt, darunter 39 im Catering-Bereich (zum Beispiel Essen auf Rädern) und über 60 Mitarbeiter im Bereich Arbeitnehmerüberlassung (Zeitarbeit). Gesellschafter der QSG sind das Kolpingbildungswerk e.V., der Caritasverband für die Stadt und das Dekanat Magdeburg, der evangelische Kirchenkreis Elbe-Fläming, das Esta-Bildungswerk Bad Oeynhausen und der Unternehmerverband Genthin.

Die Azubis und Maßnahmenteilnehmer im Berufsförderungszentrum Halberstadt wurden zum 1. Januar unter der Bezeichnung "Kolping et labora" gGmbH vom Kolping-Bildungswerk, Diözesanverband Hildesheim übernommen, sagt Projektleiterin Heike Polley auf Anfrage. Die bisherige Arbeit des Kolping-Berufsbildungswerkes in Oschersleben in den Bereichen Sozialtraining für Jugendliche, soziale Gruppenarbeit für Jugendliche und Erziehungsbeistand wird vom Caritasverband für die Stadt und das Dekanat Magdeburg fortgesetzt, so Bereichsleiter Michael de Boor.


Infos: www.qsg-genthin.de

Dieser Beitrag wurde veröffentlicht in Ausgabe 5 des 57. Jahrgangs (im Jahr 2007).
Aufgenommen in die Online-Ausgabe: Donnerstag, 01.02.2007

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