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Bistum Görlitz

Ja zur Schöpfung

Sternsinger des Bistums Görlitz beenden gemeinsam ihre diesjährige Aktion

Pfarrer Christoph Lamm erzählt die Geschichte von einem kleinen Äffchen. Foto: Andreas Schuppert Finsterwalde - Im Zeichen der ökologischen Verantwortung für zukünftige Generationen stand das große Treffen der Sternsinger des Bistums am vergangenen Samstag in Finsterwalde.

Der große Sturm zwei Tage zuvor war daran schuld, dass einige zu spät kamen, weil die Züge noch nicht pünktlich fuhren. Aber dadurch ließen sich die rund 300 Sternsinger aus 18 Gemeinden des Bistums die gute Laune nicht verderben. Mit einem großen "Hallo" begrüßten sie Altbischof Rudolf Müller, der von Anfang an beim Sternsingertag in Finsterwalde dabei war und mit den Kindern zum Abschluss den Gottesdienst in der Pfarrkirche feierte.

Der Sternsingertag, der in diesem Jahr zu 13. Mal stattfand, ist als Dankeschön für die Mädchen und Jungen gedacht, die am Anfang des Jahres als die Heiligen Drei Könige Caspar, Melchior und Balthasar von Haus zu Haus zogen, um für Kinderprojekte in aller Welt zu sammeln.

In diesem Jahr war Madagaskar das Beispielland. "Kinder sagen ja zur Schöpfung" – so lautete das Motto der Aktion Dreikönigssingen. Es wurde aus der Landessprache Madagaskars übersetzt: "Tianay ny Haritanan’Atra", was eigentlich "Wir lieben die Schöpfung" heißt. In Madagaskar leben viele Menschen bewusster mit der Natur – sind sie dort doch besonders auf sie angewiesen und herausgefordert, Alternativen im Umgang mit Ressourcen zu finden. Vor allem die junge Generation hat die Aufgabe, Neues zu lernen, auszuprobieren und die Regierung, ihre Eltern und Großeltern zu überzeugen, dass zum Beispiel das Abholzen der Wälder zur Gewinnung von Brennholz oder Energie nicht der alleinige Weg mit Blick in die Zukunft sein kann.

Pfarrer Christoph Lamm erzählt den jüngsten Sternsingern aus dem Bistum die Geschichte von einem kleinen Äffchen, das die Menschen zu einem Zauberbaum führt, wo alle möglichen Früchte wachsen. Mit Begeisterung singen und spielen die Kinder die Geschichte nach und fügen dem Zauberbaum noch ein paar Früchte zu. Verantwortung für die Schöpfung zu lernen, kann nicht früh genug beginnen.

Andere Gruppen basteln Origamis oder werkeln mit Holz. Unter der Leitung von Gemeindereferentin Gabriele Kretschmer entstehen Hoffnungsbäume, die bei der Gabenbereitung zum Altar getragen werden. An den Bäumen hängen kleine Zettel. "Das sind unsere Wünsche, die wir aufgeschrieben haben, für die Kinder in Madagaskar, aber auch für uns," erzählt Verena Lehmann aus Wittichenau. Melanie Zelder, Veronika Glaab und Antonia Lippitsch – ebenfalls aus Wittichenau – sind noch dabei, ihre Hoffnungsbäume zu basteln. Vor allem Frieden und eine gerechte Welt auch für andere Kinder wünschen sich die Mädchen und Jungen, die nach Finsterwalde gekommen sind.

Die Sternsinger im Bistum haben jedoch nicht nur für die Kinder in Madagaskar gesammelt. "Rund 3000 Projekte für Kinder unterstützen wir weltweit", sagt Daniela Dicker vom Kindermissionswerk. Das Dreikönigssingen sei die größte Hilfsaktion, die von Kindern für Kindern durchgeführt wird. Im letzten Jahr erbrachte sie im Bistum Görlitz rund 30 000 Euro, eine Summe, "auf die wir wirklich stolz sein können", wie sich Diözesanjugendseelsorgerin Ingrid Schmidt ausdrückte. Für Altbischof Rudolf Müller ist das Treffen mit den Sternsingern aus dem Bistum immer ein besonderes Ereignis. "Auf euch freue ich mich das ganze Jahr."

Dieser Beitrag wurde veröffentlicht in Ausgabe 4 des 57. Jahrgangs (im Jahr 2007).
Aufgenommen in die Online-Ausgabe: Donnerstag, 25.01.2007

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