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Spezial

1977: F.P.S.

Damals... (16)

Wenn er nicht mit seinem vollen Namen unterzeichnete, erkannte der Tag des Herrn-Leser ihn dennoch sofort - an den drei markanten Buchstaben F. P. S.: Franz-Peter Sonntag, von 1972 bis 1987 Chefredakteur. Beliebt waren seine kirchengeschichtlichen Beiträge und seine Texte auf der letzten Seite - häufig in der Art einer Bildbetrachtung. Das Foto, das den folgenden Textauszug (7. Mai 1977) illustrierte, zeigte das von Anstrengung gezeichnete Gesicht eines Chirurgen: Verantwortung wird vom Christen gefordert. Verantwortung wofür? Sicher hat der Christ Verantwortung zu tragen für die, die seine Nächsten sind: seine Familie, seine Freunde, seine Arbeitskollegen u. s. w. Aber er hat auch Verantwortung für seine Gemeinde ... Dass in einer Gemeinde lebendiges Leben herrscht, dass keiner allein ist, dass die Alten, die Kranken und die Behinderten geborgen sind, ist nicht nur Aufgabe des Pfarrers und seiner Helfer ... Auch dass eine Gemeinde nach außen strahlt, dass sie in ihrer Umwelt zu spüren ist, ist nicht nur vom Image des Pfarrers, seinem Lächeln und seiner Freundlichkeit abhängig ... Der Christ lebt heute fast überall in der Welt der Diaspora ... In eine Lage versetzt, in der keine christliche Gesellschaft den einzelnen Christen trägt und so ihm seine Entscheidungen erleichtert, muss der Einzelne -angeleitet durch seinen lebendigen Glauben - nur auf sein Gewissen gestellt - Entscheidungen treffen. Er kann nicht immer seinen Pfarrer fragen. Der Pfarrer hat es auch oft schwer, die Lage des Einzelnen richtig zu sehen. Er kann nur raten, entscheiden muss der Einzelne selbst.

Dieser Beitrag wurde veröffentlicht in Ausgabe 35 des 51. Jahrgangs (im Jahr 2001).
Aufgenommen in die Online-Ausgabe: Freitag, 31.08.2001

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