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Bistum Erfurt

Kulturelles Jahresthema

Erfurt geht Wege zu Elisabeth

Erfurt - Unter dem Motto "Rosenwunder: Wege zu Elisabeth von Thüringen" beteiligt sich die Stadt Erfurt am Elisabeth-Gedenken.

Historisch hat Erfurt nicht viel mit Elisabeth von Thüringen zu tun. Im 13. Jahrhundert gehörte die Stadt zum Mainzer Herrschaftsbereich und war so nicht dem Thüringer Landgrafen unterstellt. "Dennoch fühlen wir uns heute als Thüringer Landeshauptstadt Elisabeth von Thüringen verpflichtet", sagt Thomas Jahn von der Kulturdirektion. Auf zwei historische Verbindungen verweist er dann doch noch: 1228 hielt sich Elisabeth sehr wahrscheinlich im Ursulinenkloster auf und schrieb von hier einen Brief an den Papst. Und im Jahr 1235 wurde im Erfurter Dom ihre Heiligsprechung proklamiert. Noch heute gibt es dort das Duplikat der Urkunde.

Seit das benachbarte Weimar 1999 europäische Kulturhauptstadt war, steht die Kultur in Erfurt in jedem Jahr unter einem besonderen Thema. Nach der Erinnerung an die Schlacht bei Jena/ Auerstedt 2006 ist es 2007 natürlich Elisabeth. Das Jahresthema will entsprechende Aktivitäten der städtischen Kultureinrichtungen und anderer Anbieter verbinden. Die Stadt organisiert die Rahmenbedingungen wie die Öffentlichkeitsarbeit und gibt – wenn möglich – finanzielle Unterstützung. Ein von der Kulturdirektion he-rausgegebenes Programmheft bietet einen Überblick.

Als Höhepunkte nennt Thomas Jahn für dieses Jahr verschiedene Ausstellungen: So wird das Museum für Volkskunde Fotos über "Frauen heute. Auf den Spuren der heiligen Elisabeth" zeigen (21. März bis 20. Mai), "Lausche auf das Wunder! – Heiliges und Profanes hinter Stadtmauern" heißt eine Ausstellung Stadtmuseum (ab September) über mittelalterliche Stadtkultur und die Kulturdirektion selbst veranstaltet am 8. September unter dem Titel "Demut und Barmherzigkeit" eine Multimedia-Performance auf den Domstufen.

Außerdem gibt es zahlreiche Veranstaltungen der beiden Kirchen", sagt Thomas Jahn und verweist auf Vorträge, das Elisabethfest (Bistumswallfahrt am 14./15. September) und das Kunstprojekt Rosenkirche in der evangelischen Kaufmannskirche, die beide finanziell von der Stadt unterstützt werden. Auch die "Nacht der Kirchen" (30. Juni) und der "Kirchensprung" (7. September) haben Elisabeth zum Thema. Übrigens können Erfurt-Besucher auch die gerade restaurierten mittelalterlichen Bilder mit Szenen aus dem Leben von Elisabeth und ihrem Mann Ludwig im Nikolaiturm besichtigen. Sie sollen im Rahmen der Führungen im Augustinerkloster gezeigt werden.

Der Stadt geht es mit ihrem Engagement nicht nur um die Förderung des Tourismus. Vielmehr soll Elisabeth auch als geschichtliche Gestalt der Öffentlichkeit wieder nähergebracht werden. "Es geht aber auch um den zeitgenössischen Blick auf Elisabeth und die Frage danach, wie ihr Anliegen heute umgesetzt werden kann", sagt Thomas Jahn. In einer Zeit, in der allgemein über den Werteverfall geklagt werde, können sie eine Hilfe sein. Ganz im Sinne, wie es der Erfurter Bischof Joachim Wanke sagte: Mit dem Beispiel Elisabeth den "Grundwasserspiegel der Barmherzigkeit im heutigen Thüringen heben".

Dieser Beitrag wurde veröffentlicht in Ausgabe 2 des 57. Jahrgangs (im Jahr 2007).
Aufgenommen in die Online-Ausgabe: Freitag, 12.01.2007

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